Bitte Lächeln – die Challenge

Passend zum internationalen Tag des Glücks 🙂

Wem kommt das bekannt vor, man ist unterwegs, verfolgt zielorientiert sein Vorhaben, teilnahmslos, mit dem stupiden Blick nach vorne hangelt man sich durch den Alltag. Dann ganz plötzlich, als wenn man aus seinem Dornröschenschlaf wachgerüttelt wird, weckt eine Person unser Interesse. Der vorige geistlose Blick wandert blitzartig nach oben und sofort wieder zurück, mit dem Gedanken, hoffentlich hat sie / er das nicht gesehen. Schweigend ignorierend geht man an der Person vorbei. Ich kenne das zu gut, immer wieder passierte es mir, bis ich inspiriert wurde und sich alles änderte.

“Es war warm und ich schlenderte die Gasse entlang, das Kopfsteinpflaster drückte sich durch mein leichtes Schuhwerk. In den Schaufenstern präsentierte sich schon der Sommer, die Mailuft legte einen sonnigen Schleier über die Stadt, der Duft von frischen Macarons stieg mir in die Nase und ich blieb stehen, um mehr von dem Zauber einzufangen. Ces’t la vie! Da stand ich inmitten der Gasse, um mich herum pulsierte das Leben, und mein Blick wanderte durch die Menge zu einer kleinen Creperia, wusch … und ich erstarrte, ein Ruck durchfuhr mein Körper, mir wurde heiß und sah ihn direkt auf mich zu kommen, er war groß, dunkles Haar und seine untere Gesichtshälfte umrahmt von einem gepflegten Bart. Er sah mich an, ich fühlte mich so nackt und noch bevor ich mich genauer dem Asphalt widmen konnte, schenkte er mir ein Lächeln, jetzt konnte ich nicht mehr wegsehen, ich spürte die Röte in meinem Gesicht und er kam näher und lächelte mir weiter entgegen.

Oje, was sage ich bloß? Je ne sais pas. Je ne parle pas français!  Zwei lächerliche Sätze, die nur eins klarstellten, das ich keine Französin bin und die Unterhaltung, entweder mit meiner Freundin als Dolmetscherin oder Händen und Füßen weiter fortgeführt werden musste. Eins war so klar, ich würde mich blamieren. Er näherte sich weiter und immer noch dieses strahlende Lächeln in seinem markanten Gesicht, welches eindeutig nur mir galt. “Je ne sais pas. Je ne parle pas français!” ging ich meine armseligen Sprachkenntnisse erneut durch. Ich war so weit und lächelte zurück, zack und er ging an mir vorbei. Bitte? Wie? Hä? “Ok, dann eben nicht.”

Dieser Moment war innerhalb von Sekunden vorbei, die ich viel mehr damit verbrachte, darüber nachzudenken, was hätte passieren können, als einfach den Moment zu genießen. Denn nachdem meine anfängliche Irritation etwas nachgelassen hatte, fiel mir auf, dass mir noch viel mehr Personen entgegen kamen und mir zulächelten, es waren Fremde – Frauen, Männer jeglichen Alters, es war nicht nur die Mailuft, sondern auch die Menschen, die diesen Ort mit einem sonnigen Schleier umgaben. Ces’t la vie!

Insgesamt hatte ich an diesem Tag 21 Begegnungen, davon 8 Mini-Flirts, je öfter ich lächelte, desto weniger dachte ich darüber nach, was passieren könnte und falls mich jemand ansprechen sollte. “Je ne sais pas. Non, je ne parle pas français!” 🙂

Bitte Lächeln! Ein kleines Lächeln, ein freundlicher Blick, verschenken wir´s, es kommt wieder zurück. Verschenken wir`s wo immer wir sind, es breitet sich aus wie Feuer im Wind. Ein Lächeln, die Sprache, die jeder versteht, die über alle Grenzen geht. Ein Lächeln, die Sprache, die jedem gefällt, erfasst alle Augen und strahlt in die Welt. Ein Lächeln, das die Herzen erfrischt, es kostet kein Geld und verschönt das Gesicht… und wenn mal jemand nicht reagiert, verschenken wir zwei, mal seh’n, was passiert …

Es passierte einiges, denn zurück im kühlen Norden beobachtete ich die Fremden auf dem Weg zur Arbeit, ihre Gesichter verkniffen, Handy am Ohr, eilten sie durch den Tag, ein böser Blick im Bus, ein gestresster Autofahrer, der zu lange am Zebrastreifen warten musste und ich mittendrin, lag es am Wetter, der Himmel bewölkt und kein sonniger Schleier, der sich über Poppenbüttel breitete. Sie fehlte mir, die Wärme aus dem Süden und ich gab mir eine Aufgabe, “Bitte lächeln!” egal wer, ich schenke ihnen einen freundlichen Blick von mir.

  1. Situation: Eine ältere Dame beim Bäcker vor mir, als sie zu mir sah, formten sich meine Mundwinkel nach oben, sie erwiderte es sofort und wünschte mir einen schönen Tag.
  2. Situation: Ein älterer Herr, sein Haar ergraut, ging schnurstracks des Weges entlang und ich ihm entgegen. Er sah zu mir und sein Gesicht durch die Strenge in Falten gelegt, entspannte sich, sein Gang wurde langsamer und er erwiderte und ging lächelnd an mir vorbei.
  3. Situation: Ein Mann Ende zwanzig kam auf der Rolltreppe hochgefahren, er, lässig gekleidet, smart und eine leichte Coolness, die ihn umgab, erschrak, als unsere Blicke sich trafen und ich nicht wegsah, sondern strahlte, zuckte er zusammen, so sehr, dass er fast von der Rolltreppe fiel. Wir gingen aufeinander zu, beschämt sah er nach unten, jedoch kam er nicht umhin einen weiteren Blick zu riskieren, er war irritiert und verstand anfangs wohl die Welt nicht mehr, als ich einfach lächelnd an ihm vorbeiging.

Neues Jahr, neue Challenge, einen Tag lang mal jeden anlächeln, egal ob Frau oder Mann, ein freundlicher Blick, nicht mehr und nicht weniger, die Gedanken “was könnte passieren”, ausgestellt. Denn die Reaktionen fallen verschieden aus, es wird kurz erwidert, ignoriert, vielleicht auch reagiert, ein kleiner Flirt und wenn, es ist nur eine Unterhaltung, unverbindlich und ohne Zwang wo jeder wieder seinen eigenen Weg entlang geht, außer man will es nicht. Zudem gibt es noch nebenbei einen positiven Effekt für beide, denn wird man angelächelt, dann ist das angenehm, aber auch die / der Lächelnde (Dir) selbst hat dadurch einen Vorteil. In dem Körper spielen sich eine Reihe interessanter Ereignisse ab, durch die Hormone ausgeschüttet werden. Und diese Hormone sorgen ganz einfach dafür, dass es dem Lächelnden (Dir) besser geht, die Stimmung steigt und man wird fröhlicher.

So habe ich übrigens meinen letzten Freund kennengelernt 🙂

Also BITTE LÄCHELN, wer macht noch mit, meine Freundin muss noch ihr Lächeln üben, denn nach ihrer Aussage, kann sie nur das Kameragrinsen, Herausforderung angenommen! In den Kommentaren zu diesem Beitrag halte ich Euch über meine Challenge auf dem Laufenden und jeder ist eingeladen mitzumachen und kann seine Erlebnisse hier gerne als Kommentar verfassen. Autor-Julia

2 Comments

  • Lächeln ist das einfachste Geschenk, dass man seinen Gegenüber machen kann. Und trotzdem ist diese kleine Geste so wirkungsvoll. Schon kleine Babies beherrschen diese Kunst des “Flirtens” und nehmen somit Kontakt mit ihren Bezugspersonen auf. Über Spiegelneurone antworten wir auf dieses Kommunikationsangebot ebenfalls mit einem Lächeln. Gerade für Singles auf der Suche ist ein einfaches Lächeln eine optimale Möglichkeit, um dem Traumpartner näher zu kommen. Ein nettes Lächeln hebt sowohl meine eigene Stimmung, als auch die des Gegenübers – eine richtige “Glücksformel” sozusagen. 😉

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