Anna-Lena’s Single-Geschichten: Der tut doch nichts, der will doch nur spielen! Teil 2

Anna-Lena’s Single-Geschichten:
Der tut doch nichts, der will doch nur spielen! Teil 2

Anna-Lena’s Single-Geschichten: Das Taxi biegt rechts ab in eine Straße, wo ich bisher nur Einfamilienhäuser erkenne, das Auto wird langsamer, bitte lass hier einen Wohnblock stehen, kein einzelnes Haus, bitteeee und wir halten vor einem weißen Einfamilienhaus mit Garagenauffahrt und einem perfekt gepflegten Vorgarten. Neeeeeeein!!! Er wohnt noch zu Hause!  Vielleicht wohnt er ja auch im Haus in einer WG oder ihm gehört das Haus allein, das könnte doch sein! Ich weiß, unwahrscheinlich.

Er steigt aus, ich versuche es mit entmaterialisieren. “Anna-Lena, kommst Du!” und hält mir die Autotür auf. Naja, wenigstens hat er Manieren. Er nimmt mich an die Hand und zieht mich Richtung Vorgarten. Ich lande direkt in seinen Armen und schmecke einen Kuss, der ein leichtes Aroma von Bier aufweist. Er drückt mich gegen die Haustür, ich spüre seinen Atem an meinem Hals, mit seiner Hand geht er unter mein Shirt, oh lass ihn bitte nicht aufhören! Wir fallen sozusagen mit der Tür ins Haus, im Flur stoße ich gegen eine Kommode, er setzt mich darauf und presst sein Becken gegen meins. Ich lehne mich an die Wand, er vergräbt seinen Kopf in meinem Hals. An dieser Stelle hätte ich mal nicht die Augen aufgemacht, denn an der Wand gegenüber hängt eine ganze Armee von gerahmten Familienfotos.

Absoluter Extasekiller, wenn seine Eltern von einem Hochzeitsfoto zusehen und die Schwester daneben eingeschult wird! Es ist amtlich, er ist zwanzig! Nicht nur meine Gedankengänge kommen auf Touren, denn er öffnet meine Jeans. Oh Gott, nicht hier und halte schützend meine Hand davor. “Wo sind denn deine Eltern?” habe ich das gerade laut gesagt, ja, habe ich und ich hätte nie gedacht, dass ich das noch einmal fragen würde. Er lächelt, greift mir unter den Po, packt meine Hüften und ich rutsche die Kommode hinunter. “Die sind nicht hier, komm wir gehen runter, mein Zimmer ist im Keller!” Wenigstens nicht neben dem Schlafzimmer seiner Eltern, wie habe ich das denn vor zehn Jahren gemacht? Ach ja, ich hatte schon eine eigene Wohnung mit meinem damaligen Freund und davor- im Keller, oh Anni, Du entwickelst Dich zurück! Er nimmt meine Hand und ich betrete die Schwelle ins Ungewisse.

Je weiter wir nach unten gehen, desto dunkler wird es, ich lasse mich von ihm führen und stehe am Ende in einem nach Wohnzimmer aussehenden Raum. Während ich einen eventuellen Fluchtplan durchs kleine Fenster durchgehe, sorgt Adonis erst einmal für Musik. Da wir vorhin ziemlich wild zu “Radioactive” von den Imagine Dragons getanzt haben, ist das seine erste Wahl.  Leicht in den Türrahmen lehnend und damit beschäftigt die Sprunghöhe vom Fenster auszumessen – ich brauch mindestens eine Cola-Kiste um da anzukommen –  zieht Adonis sein Shirt über seinen Oberkörper und kommt auf mich zu. OH, MEIN GOTT, ich merke wie meine Knie weich werden, mir wird ganz heiß, so heiß, dass ich das dringende Bedürfnisse verspüre mich auszuziehen. Das macht er mit Absicht! Er bleibt direkt vor mir stehen, drückt mich gegen den Türrahmen, mit seinen starken Armen packt er meinen rechten Oberschenkel und beugt sich zu mir hinunter, sein Blick durchbohrt meinen ganzen Körper und unsere Lippen treffen sich. Ich merke nur noch, wie ich in einen leicht schwerelosem Zustand verfalle und mir alles andere total egal wird.

“Ich bevorzuge junge Männer. Sie wissen zwar nicht, was sie tun – aber sie tun es die ganze Nacht!”    

Madonna     

Oh, ja! Kennt ihr den Moment, wo man leicht verkatert wach wird, an die Decke schaut, feststellt, es ist nicht mein Zimmer und neben einem liegt jemand, zudem verspürt man am Körper eine gewisse Nacktheit! Was für eine Nacht! Aufgrund der Jalousien, ist es in seinem Schlafzimmer noch dunkel und ich habe keinen Plan, wie spät es ist! Nachdem ich mich erst einmal aufrecht hingesetzt habe, fängt auch schon der ganze Raum an sich zu drehen, super, das Karussell ist also noch an. Na gut, dann stehe ich mal auf, oh je, vorhin waren meine Knie ja schon weich, aber jetzt herrscht Wackelpudding-Alarm und aua, ich kann mich kaum auf den Beinen halten, gefühlt wie achtzig Jahre, tapere ich halbblind durch das Zimmer und nähere mich dem Schein der durch die Türschwelle tritt. Woahhh, Tageslicht! Die Sonne scheint direkt durch die 4 Fenster und erfüllt den Raum mit einer Helligkeit, wo meine Augen sich erst einmal daran gewöhnen müssen. Guten Morgen und schreite langsamen, sehr langsamen Schrittes Richtung Badezimmer, welches sich auf der anderen Seite seines Wohnzimmers befindet.

In der Mitte des Zimmers bleibe ich stehen, was ist denn hier passiert? Während ich den Raum betrachte, blitzen Bruchstücke von Erinnerungen auf mich ein, nie hat man einen Filmriss, wenn man ihn braucht, denn wie soll man das der Versicherung erklären! Der Laptop liegt auf dem Boden um ihn herum, Stifte, Papier und anderer Kleinkram, das war, wo er mich auf den Schreibtisch gehoben und platziert hat! Das Regal, welches eigentlich an die Wand gehört, liegt gekippt auf einer Kommode und eine Flut von Büchern ergießt sich über den Boden, daran habe ich mich gelehnt, als ich auf dem Schreibtisch war! Der Tisch vor der Couch ist meilenweit entfernt von dem Ort, wo er vorher stand, was war nochmal mit dem Tisch, ach ja wir brauchten Platz auf dem Sofa! Gläser, Fernbedienung und Autozeitschriften bahnen sich den Weg auf dem Teppich, das lag vorher noch auf dem Tisch!

Sämtliche Kissen vom Sofa verteilen sich im Zimmer, ja, die Couch, autsch! “Wow, waren wir das!” neben mir steht Adonis, wie Gott ihn schuf und streckt seinen Oberkörper nach hinten. Was für ein Anblick, damit meine ich das Zimmer und antworte mit unsicherer Stimme “Das Bild hing schief!” Adonis fängt an zu lachen und legt seinen Arm um mich “Wie die Rockstars, ha, ha, ha!” Ja, wie die Rockstars,  wir haben das komplette Zimmer zerlegt, Adonis und Aphrodite haben den Olymp zerstört! Nach diesem Anblick machen sich bei mir weitere physische Symptome bemerkbar, ich peile jetzt die 100 Jahre an.

Im Badezimmer kann ich mir dann ein genaueres Bild von meinem Zustand verschaffen, ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh, nicht nur ein Knutschfleck, nein, es sind drei und solche, die jeden sofort direkt anspringen! Super, bei dem Wetter trägt man ja gerne Rollkragenpullover. Im Ganzkörperspiegel entdecke ich einige blaue Flecken, welche noch nicht ihren Höhepunkt an Farben erreicht haben. Nicht nur das Zimmer auch ich wurde zerstört! Ich fühle mich wie nach meiner persönlichen Apokalypse, mir tut alles weh, ich spüre jeden einzelnen Knochen. Visuell erfrischt, innerlich aber total fertig, verlasse ich das Badezimmer. Adonis nur mit einer Boxershorts bekleidet, haucht mir ein leises “Sorry” entgegen, nachdem er den Zustand meines Halses erkannt hat. SORRY, ich sehe aus als ob ich einen Todeskampf mit einen Vampir hinter mir hätte, SORRY…! Ich spiele erst mal Ostern und durchforste das Zimmer nach meinen Klamotten.

Endlich wieder alle beisammen, naja fast alle… schmeiß ich mich in die Sachen des Vorabends und ich hasse es, als nächstes wird das Taxi bestellt, denn eine große Bahnreise zu mir nach Hause würde ich heute nicht überleben. “Lässt Du mich raus?” etwas verwirrt dreinschauend über meine plötzliche Flucht, begleitet er mich nach oben. Jackpot, denn ich nehme eine gewisse Stimmenvielfalt wahr, nicht nur seine Eltern, nein, anscheinend auch deren Freunde sitzen in lustiger Runde im Wohnzimmer und ich muss da jetzt entlang. “Wieso sind die denn schon wieder hier?” Das frage ich mich auch und sehe die Uhr steht schon auf halb fünf! Leider verfüge ich nicht über einen Zauberumhang, der mich unsichtbar macht, also Kopf hoch, Brust raus und mit geradem Rücken an denen vorbei.

Das ist gar nicht so einfach, aua! Je schneller, desto besser! Ich habe es schon fast geschafft, “Hallo Dennis, möchtet ihr vielleicht ein Stück Kuchen?” sag nein, sag nein, wehe du sagst ja! “Danke, Mam, aber uns ist noch schlecht vom Alkohol!” Alkohol, ja heute bin ich lieber eine besoffene Schnalle,  als jetzt mit seiner Familie und ihm, halbnackt, ein Kaffeekränzchen zu zelebrieren.

Ich will zurück in meine Welt und fühle mich erleichtert, als ich die Gartenpforte hinter mir lasse und ins Taxi einsteige. Upps, bei meiner Verwirrtheit habe ich vergessen mich zu verabschieden, auch egal, denn den werde ich eh nie wieder sehen, das war eine einmalige Sache, ein One-Night-Stand und ich bin nicht am Morgen mit Herzchenaugen aufgewacht, zudem würde mich eine Wiederholung wahrscheinlich ins Grab bringen! Ein Vorteil bei so jungen Männern ist, es kam mir nicht einmal der Gedanke auf, ob er beziehungstauglich wäre, denn es liegen nicht nur Jahre, sondern Welten zwischen uns. Ja, der tut doch nichts, der will doch nur spielen und ich bereue nichts, noch nichts!

Bis zum nächsten Mal Eure Anna-Lena 😉

Weiter geht es mit: Liebeskummer: Taschentücher, Tequila und Konfetti!

Quellenangabe: Grafik: fotolia.com / © diavolessa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.