Anna-Lena’s Single-Geschichten: Der tut doch nichts, der will doch nur spielen! Teil 1

Single-Geschichten: Der tut doch nichts, der will doch nur spielen! Teil 1

Single-Geschichten: Es ist Samstag Abend, ich befinde mich auf dem Hamburger Berg, eine kleine Seitenstraße von der Reeperbahn, mit einer wichtigen Mission. Zielperson: Tabea, Location: Blauer Peter, Headcrash, Nachtlager, Barbarabar und Lucky Strike. Auftrag: Tabea von ihren langanhaltenden Beziehungsproblemen abzulenken, derzeitiger Standort: Barbarabar. Nachdem Tabi mich über die neuesten Vorkommnisse informiert hat, bin ich froh ein Single zu sein. Ach, ja, Single bleiben, Stress vermeiden!

Denn seit Monaten doktort Tabi an ihrer Partnerschaft herum. Der Patient war quasi  schon ein paar Mal für tot erklärt worden, aber dank der Wiederbelebungsmaßnahmen, kam er immer wieder zurück. Tote leben bekanntlich ja länger! Aber wie oft kann man etwas wieder beleben, bis es endgültig aufhört zu existieren! In diesem Fall zu oft und wenn Tabi mal ehrlich zu sich wäre, würde auch sie sehen, dass ihre Beziehung einen Zombie ähnlichen Zustand angenommen hat.

“Lieber Single, als in einer untoten Beziehung!”

Also spielen wir heute Abend ein wenig “Walking-Dead” und bekämpfen den Zombie. Unterstützung bekomme ich von Till, Bier und einer Menge Mexicaner (Kurzer aus Tomatensaft, Vodka und Tabasco) mmmh, lecker! Da wir den halben Berg schon hinter uns haben, ist der Pegel dementsprechend angepasst. Mittlerweile tanzen Tabi und ich zu “Girls just wanna have fun” und legen eine super Performance zu dem Grease – Remix hin. Unser heutiges Motto – keine Männergeschichten. Till steht an der Bar, beobachtet das Spektakel aus sicherer Entfernung und unterhält sich mit einem Typ. “Tabi, Mexicaner?” etwas beschwipst gröllt sie mir ein “Jaaaaaa!” ins Ohr und ich drängle mich durch die tanzende Menge zu Till an die Bar. “3 Mexicaner!” “4” und der Typ neben Till lächelt mir zu. Mich trifft fast der Schlag, denn vor mir steht Adonis, athletisch, blonde Nick-Carter-Frisur und grüne Augen.

Wie konnte ich den bloß übersehen, ach, ja, ich war ja mit Tabi und mir beschäftigt und nicht im Einsatz. Oh, Mann, sein weißes T-Shirt lässt jeden Muskel erahnen, mir wird ganz heiß, hui. Till stößt mir in die Seite “Anni, hör auf zu sabbern!” und lächelt mich herausfordernd an. Ich versuche die Contenance zu bewahren und erwidere lässig “4 Mexicaner!” Ehe ich meinen Schein zücken kann, begleicht Adonis die Rechnung und Tabi gesellt sich zu uns. Der nächste Stoß in meine Rippen.

“Anni wer ist das?”
“Keine Ahnung, Till kennt ihn und er hat uns gerade die Kurzen spendiert!”
“Verdammt und ich bin kein Single!”
“Du kannst ihn haben!” und proste in die Runde.
“Tabi seufzt “Nein, noch sind wir ja zusammen!”
Ich leicht kopfschüttelnd “Hinterher ärgerst Du Dich!”
“Das kalkuliere ich ein!”

Während Tabi und ich hin und her debattieren, stehen schon die nächsten vier Mexicaner auf der Theke. “Prost!” “Yeah!” und Tabi springt zu den Kings of Leons “Sex on fire” wild umher, wo sich Till dem anschließt , mich und Adonis mitreißt. Oh, mein Gott, er ist ein Hühne und ich ein Zwerg. Er nimmt meine Hand und dreht mich zum Takt der Musik. Wir fangen an den allseits bekannten Knotentanz zu praktizieren und wirbeln über die Tanzfläche. Er zieht mich zu sich und ich spüre seinen Körper. MAYDAY, MAYDAY mit allerletzter Kraft versucht mein Hirn zu mir durchzudringen. “Anni, Du bist betrunken!” Mein Herz und ich sind allerdings einer Meinung, der Typ ist heiß, er kann gut tanzen, seine Blicke lassen mich auf Wolke 7 schweben, seine tiefe Stimme vibriert bis in mein Becken und heute hat er nur Augen für mich. So, Spielverderber, ich bin Single, ich darf das und habe heute meinen Spaß und nippe an meinem Bier.

Die Stimme wird schwächer. “Aber dass Du es hinterher nicht bereust!” Adonis zieht mich noch näher an seinen Körper und sein Parfum betäubt letztendlich alle meine Sinne. Er riecht so gut. Es läuft gerade das Lied “I want you to want me” Ich blicke zu ihm hoch und langsam beugt er sich zu mir herunter, bis unsere Nasenspitzen sich berühren. Eine gefährliche Nähe, denn unsere Lippen sind nur noch eine Nanosek… und ich spüre seinen Mund auf meinem, ganz langsam tasten sich unsere Lippen vor, die Zeit steht still, es gibt nur ihn und mich. Wir bewegen uns langsam zum Takt und er streichelt mir zärtlich über die Wange und küsst mich immer wieder, mittlerweile hebe ich ab, denn er zieht mich zu sich hoch. ich bin hin und weg. Apropos, weg,

“Wo ist Tabi?”
“Sie ist nach Hause, sie hat eine Nachricht von du weißt schon wem bekommen und ist gegangen!”
“Ohne Tschüß zu sagen?”
“Jip, Du warst ja beschäftigt!” und Till zwinkert mir etwas vulgär zu.
“Anni, ich werde jetzt auch los und du?”

Mission Impossible ist gescheitert und nun stehe ich vor der Frage, schlafe ich auf Tills Couch oder gehe ich mit Adonis? Ich spüre seine Hände, wie sie sanft meine Taile von hinten umarmen, er mich an sich drückt, mir einen Kuss auf die Wange haucht und mir ins Ohr flüstert “Ich würde gern mit Dir die Nacht verbringen!” Meine Knie werden weich, denn soeben wurde mein Kopfkino aktiviert. Das ist Bestechung, wie soll man da noch einen klaren Gedanken fassen, ich bin auch nur ein Mensch. Also ich habe die Wahl entweder weiter meinem Keuschheitsgelübde Zoll zu leisten und die 3 Monate anzupeilen oder  diesem Abend noch den Höhepunkt zu verleihen, ha, ha! “Alles klar Anni, ich habe verstanden” Till kann sich sein Lachen nicht verkneifen und unsere Wege trennen sich.

Man bin ich benebelt, es ist schon hell und ich habe es noch nicht gewagt nach dieser durchzechten Nacht in den Spiegel zu schauen. Wir fahren zu ihm und ich lehne mich an seine Schulter. Die Fahrt geht Richtung Ottensen und mein Handy macht sich bemerkbar, vielleicht ist es Tabi, nee Till. Fassungslos schaue ich auf mein Display und lese mir immer wieder die Nachricht durch, mir wird heiß und kalt zugleich, mein Hirn wurde soeben wiederbelebt und arbeitet auf Hochleistung. Das kann nicht sein, das glaube ich nicht, nie im Leben und sehe zu Adonis, never ever… und lese mir erneut die Nachricht durch. “Übrigens er ist erst zwanzig und nein du springst jetzt nicht während der Fahrt aus dem Taxi, hab Spaß. Kuss ;)”

Zwaaaaaaaaaaaaaaaaanzig, ein Nachteil, wenn man nicht viel redet, stattdessen einen nach den anderen kippt, sich mehr bewegt als unterhält und letztendlich übereinander herfällt, da bleiben solch wichtige Informationen verdeckt. Aber ehrlich, er sieht auch nicht so aus, allein seine Statur macht ihn schon ein paar Jahre älter, Till kennt ihn, was hat der mit solch jungen Typen zu tun. Vielleicht ist er ja sein Babysitter, ha, ha, ha! Mitte Zwanzig mindestens… Ob Madonna, J-Lo und Demi jemals solche Gedankengänge hatten, wie ich jetzt gerade? “Wir sind gleich da” und seine Hand streift über meinen Oberschenkel. Na, super, aber, hey, vielleicht hat Till das auch nur gesagt um mich zu ärgern und er ist doch älter! Das Taxi biegt rechts ab in eine Straße, wo ich bisher nur Einfamilienhäuser erkenne, das Auto wird langsamer, bitte lass hier einen Wohnblock stehen, kein einzelnes Haus, bitteeee und wir halten vor einem weißen Einfamilienhaus mit Garagenauffahrt und einen perfekt gepflegten Vorgarten. Neeeeeeein!!! Er wohnt noch zu Hause!

Bis zum nächsten Mal Eure Anna-Lena 😉

Weiter geht es mit: Der tut doch nichts, der will doch nur spielen! Teil 2

Quellenangabe: Grafik: fotolia.com / © diavolessa

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