Die Frau als Sexobjekt?

Wir schreiben das Jahr 2014, wir Frauen haben unsere eigenen Parkplätze, wir arbeiten in Berufen, die vorher nur Männer bestritten haben, wir dürfen wählen, noch besser, wir können sogar das Oberhaupt der Politik sein, nach Ehebruch werden wir nicht gesteinigt, Alleinerziehende gibt es wie Sand am Meer und Frauen heiraten Frauen. Wir Frauen von heute sind emanzipiert, lieben das Leben, ob mit oder ohne Mann an unserer Seite, wir wissen was wir wollen und verfolgen unser Ziel, ohne uns von anderen unterbuttern zu lassen. Aber sind wir Frauen ein Sexobjekt?

JA und das nicht erst seit gestern, denn schon in der griechischen Mythologie, erinnern wir uns an Aphrodite – die Göttin der Liebe, wurde der weibliche Körper, als Objekt der Begierde dargestellt. Die Gute lebte auch ziemlich ungeniert und keiner konnte ihrer Schönheit wiederstehen, somit hatte sie mit einigen Göttern etwas am laufen und viele Kinder von verschiedenen Vätern. Im Jahr 2014 würden wir so eine Frau, wohl als “Schlampe” bezeichnen und nicht als eine Göttin. Aber Aphrodite darf das! Damals sahen auch die Künstler mehr Sinn, eine nackte Frau zu malen, als einen nackten Mann, aber würden wir Rubens jetzt etwa Sexismus vorwerfen oder ist es seine künstlerische Freiheit, die ihn dazu befähigte? Auch ich finde nackte Frauen wesentlich attraktiver, als einen nackten Mann, mit wenigen Ausnahmen. Diese weiche Haut, mit seinen Rundungen, die sich zu einer perfekten Silouette formen, die Schamzonen sind lediglich von langen Haaren bedeckt, schon Botticelli wusste mit seiner „Venus“ den weiblichen Körper in Szene zu setzen.

Und die Frau von heute macht nichts anderes, anstatt den Haaren benutzen wir Tops, die das Dekolletee besser wirken lassen, Röcke die einen schönen Po formen und unsere Beine länger erscheinen lassen. Das wir eine dementsprechende Wirkung haben, dürfte uns schon bewusst sein. Allerdings kann ich immer noch gut zwischen einem Kompliment und sexueller Belästigung unterscheiden. Pfeift mir ein Typ hinterher, bringt vielleicht noch ein Spruch über meinen Po oder anderes Körperteil, dann nehme ich das, als Kompliment. Es gibt bei mir folgende Regel: Mein Körper, dein Körper, solange die sich nicht zu nahe kommen und das Interesse nur verbal ausgedrückt wird, kann ich damit gut umgehen, aber man muss sich nicht alles gefallen lassen. Ich habe sogar ein perfektes Beispiel, denn irgendwann, bekam ich diese Nachricht… und meine Freundinnen und deren Freundinnen, denn gerade in der anonymen Internetwelt, bleibt einem so etwas nicht erspart.

„Hallo Jules,

Das folgende Angebot mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen. Ich hoffe, es klingt trotzdem interessant für Dich.

Nach mehreren Massagekursen überlege ich, mich als Masseur selbstständig zu machen. Damit ich in der Zwischenzeit nicht aus der Übung komme und Routine entwickle, suche ich nach Leuten, die sich gern massieren lassen. Kostenlos (oder gegen eine Flasche Wein, wenn Du Dich unbedingt bedanken willst). Wäre das etwas für Dich?

Du entscheidest natürlich, was massiert werden soll. Prinzipiell ist alles möglich, von der klassischen Rückenmassage bis zur Ganzkörpermassage. Ich behalte dabei meine Sachen natürlich an. Du musst Dich nur dort ausziehen, wo ich massieren soll. Die Massage würde bei mir stattfinden, da ich hier alles Nötige habe.

Bevor es losgeht, würden wir uns zu einem Sympathie-Check treffen.”

Ich muss sagen wir fühlten uns sehr betroffen, ganz besonders unsere Lachmuskeln, denn über so etwas kann man sich nur amüsieren. AUTSCH. Ich frage mich, ob irgendeine Frau sich darauf eingelassen hat, ich hoffe nicht…

Auch ich werde hin und wieder als Objekt der Begierde angesehen, aber das langweilt mich eher, als das es mich brüskiert und wir wissen ja, die sollen sich hinten anstellen. Denn ich bestehe ja nicht nur aus Körper, sondern ich habe auch noch einen Kopf und bin glückliche Besitzerin einer Seele, allerdings bis manche Männer das checken, dauert es eben eine Weile. Als Frau ist es wichtig die richtigen Signale auszusenden, das Sender – Empfänger Prinzip. Allerdings sollte man sich schon bewusst sein, welche Zeichen man setzten möchte, denn all zu gerne wird sich hinterher beschwert, warum ER nur das Eine will.

Ich spiele ja gerne hin und wieder mit meinen Reizen, denn Frau soll auch nicht zugeknöpft durchs Leben gehen, aber anstatt alles offen zu legen, sollte Frau nie vergessen einen gewissen Spielraum für die Phantasie zu lassen.

Aber wir Frauen sind nicht anders…!

Erinnert ihr Euch noch an die Coca Cola Werbung, wo alle Frauen sich die Mittagspause so einrichten, um den Bauarbeiter, den super heißen Bauarbeiter, dabei zuzuschauen, wie er sein Erfrischungsgetränk wollüstig die Kehle, Kinn und Hals herunterlaufen lässt…! Seufz, da werde selbst ich schwach. Zudem wählen wir jedes Jahr den „Sexiest Man Alive“ Brad, Johnny, George, Ryan und Channing Tatum nehmen uns es nicht krumm, wenn wir nachts von ihnen träumen. Der einzige Unterschied zwischen Mann und Frau liegt wohl mehr darin, Männer sprechen es direkt aus, wir machen es mehr in Gedanken, aber versaut sind wir irgendwie alle!

Quellenangabe: Grafik: fotolia.com © francovolpato – / © diavolessa
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1 Comment

  • Genau was ich in den letzten Monaten oft erlebte.
    Senderin meint etwas ganz Anderes als Empfänger sieht. Nicht nur in der Kommunkationstheorie eindeutig ein Missverständnis.
    Versaut sind wir alle – auf jeden Fall! Nur erlebe ich es eher oft, dass sich “Männer” (ich verallgemeinere jetzt mal grob, natürlich meine ich NICHT alle) keine Gedanken über das Gegenüber, das Objekt der Begierde machen.
    Wie in dem Massage Brief – wahllos und ohne Hingabe.
    Aber ich bin froh, dass es Männer gibt, die aussprechen was sie wollen und tatsächlich auf eine Antwort des Gegenübers warten.
    servus aus Wien
    klingelfee

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