Gegensätze ziehen sich an …

Warum ist man Single, ok, dafür gibt es viele Gründe, und wenn man sich darüber im Klaren ist, wäre man schon einen ganzen Schritt weiter. Ein Grund betrifft jedoch jeden von uns und ist die Ursache, weswegen wir wieder auf Solopfaden unterwegs sind. Die vorige Beziehung ist gescheitert, man hat sich auseinander gelebt, es gab zu große Meinungsverschiedenheiten, man war vielleicht einfach zu unterschiedlich, es gab kein gemeinsames Ziel mehr, die Differenzen unüberbrückbar. Das ist nicht nur traurig, sondern auch im Nachhinein sehr ernüchternd und dieses Schicksal teilen viele.

Wunschträume: Gerade als Single stellt man sich hin und wieder die Frage, wie der / die zukünftige Partner/in sein sollte. Einige haben sogar eine ganz genaue Vorstellung, welche Voraussetzungen er / sie erfüllen sollte.

Manchmal reicht nur ein Blick, ein Lächeln – und schon hat es gefunkt, denn gegen die Kraft der Anziehung sind wir machtlos. Angeblich verläuft die Verliebtheit nach bestimmten Mustern ab. Die Psychologin Diane Felmlee spricht von der Fatal-Attraction. Oft faszinieren uns Eigenschaften, die wir selber nicht besitzen. Denn wenn unser Partner etwas hat, was man selber nicht hat, er / sie anders ist als man selbst, kann er / sie die Welt von uns erweitern. Man strebt danach immer wieder Neues kennenzulernen, dadurch kann man sein Wissen, Fähigkeiten und Aktivitäten ausbauen. Man erhält etwas, welches einen vorher gefehlt hat, man fühlt sich komplett, der neue Mensch an unserer Seite macht uns wieder ganz. Man ergänzt sich, wie Yin und Yang, alles was einen ausmacht, was man besitzt, rückt nun automatisch auch in die Welt des anderen, durch den Austausch mit dem Partner, erweitert sich das “Ich” fast spielerisch. Diese Selbsterweiterung ist oft der Grund dafür, weshalb man sich so belebt, so bereichert fühlt, wenn man verliebt ist.

Ja, ich bin so eine Kandidatin, ich liebe es meinen Horizont zu erweitern, etwas Neues auszuprobieren, ich lasse mich von der Andersartigkeit gerne inspirieren. In meiner Vergangenheit, durchlief ich immer wieder dasselbe Muster, meine ehemaligen Partner waren teilweise das Gegenteil von dem, was ich war und irgendwann ging mir ihre Andersartigkeit auf die Nerven. Jemand der anders ist als ich, zieht mich magisch an, aber die verhängnisvolle Anziehung zeichnet sich durch Unterschiede im Charakter aus, genau die Eigenschaften, die zwei Menschen zueinander hinziehen, können später zum Anlass der Trennung werden. In den Jahren habe ich mich immer wieder neu erfunden und entwickelt, ich steckte in der Selbstfindungsphase, ich wusste nicht, wer ich bin, aber was ich wollte. Fatal. Mittlerweile kenne ich mich ganz gut.

Meine Eigenschaften: Leicht zu leben ohne Leichtsinn, heiter ohne Ausgelassenheit, Mut ohne Übermut, selbstbewusst, psychisch stabil mit Hang zum Helfersyndrom (ich unterstütze jemanden gerne, seine Ideale, Ziele und Träume zu verbessern und zu erreichen), familiär, Freundschaftspflegerin, kreativ, organisierte Chaosqueen, Gefühlsmensch, träumende Realistin, sporadische Partyfee (lasse es auch Mal richtig krachen), Gesellschaftsspielerin, unternehmungslustig, Entdeckerin, reisefreudig (aber kein Globetrotter), Fleischesser mit großer Vorliebe fürs Gemüse, lebensfroh, Teilzeit Spaßvogel, gesettelte Freiheitsbefürworterin (manchmal brauche ich einfach meine Me-Time), Wii-Liebhaberin, Allestänzerin, schöner Wohnen, überzeugte Städterin, Mode interessiert, Hamburgerin, weder auf den Kopf noch auf den Mund gefallen, Warmduscherin mit Badewanne, Sportguckerin, glücklicher Weltmeister, erwachsenes Kind, gesundes Mittelmaß, Zuspätkommer, Serienguckerin und ganz neu – Steppertreterin/Gerätebenutzerin. Von allem ein bisschen, keine Extreme, sondern alles sehr ausgeglichen.

Bevor man seine Zeit in Vorstellungen des künftigen Partners investiert, wäre es vielleicht wichtiger, sich erst einmal im Klaren zu sein  “Wer bin ich?”. Im Grunde sucht doch jeder nach der verwandten Seele. Auf Dauer gesehen kommen wir offenbar mit den Menschen am besten aus, die unsere Werte und Ansichten teilen. Die Eigenschaften des Traumpartners entsprechen denen, die wir für unsere eigenen Stärken halten, denn dann hat auch der Alltag Bestand. Für jemanden, der gerne ein guter Vater sein möchte, wäre das Ideal eine Frau mit Familiensinn und umgekehrt. Gleich gesellt sich gleich.

„Die Ehe, zum mindesten das Glück derselben, beruht nicht auf der Ergänzung, sondern auf dem gegenseitigen Verständnis. Mann und Frau müssen nicht Gegensätze, sondern Abstufungen, ihre Temperamente müssen verwandt, ihre Ideale dieselben sein.“
Theodor Fontane

Wichtig ist es auch dieselben Ziele zu haben und zu behalten, in einer Partnerschaft entwickelt man sich oft weiter, andere auch zurück, es ist wichtig darüber zu sprechen, ob man noch am selben Strang zieht. Also heutige Hausaufgabe: “Wer bin ich!” oder wie seht Ihr das? Wünsche Euch einen schönen Tag 🙂

Quellenangabe: Foto = © Sergiy Serdyuk – Fotolia.com

 

2 Comments

  • Sei der Mensch, den du gerne an der Seite hast.

    Ansprüche sind immer gut, jedoch sollte man diese stets selbst erfüllen können. So zieht man Menschen in das eigene Leben, die ähnlich ticken. Solche Menschen bleiben manchmal ewig.

    Gegensätze zieht man jedoch nur temporär an. Irgendwann passt es schlicht weg einfach nicht mehr.

    Doch um überhaupt zu wissen, welche Eigenschaften der Traumpartner haben sollte, muss man erstmal wissen, wer man eigentlich selbst ist – so wie du es selbst schon geschrieben hast.

  • Ich bin auch der Ansicht, dass man mit seinen Lebenspartner auf einer Wellenlänge sein sollte. Vor allem was Ziele und Vorstellungen für das spätere Leben anbelangt, sollte man Ähnlichkeiten aufweisen. Hat man nämlich völlig konträre Erwartungen, wird es früher oder später zum Bruch der Beziehung kommen. Oder einer der beiden muss sich selbst und seine Wünsche völlig zurückstellen. Auch eine Ähnlichkeit hinsichtlich der Interessen kann von Vorteil sein, dies muss aber nicht vollkommen übereinstimmen. Schließlich hat ja auch jeder Partner sein eigenes Leben und seinen eigenen Freundeskreis, mit dem man Hobbies und dergleichen ausüben kann.

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