Anna-Lena’s Single-Kurzgeschichten: Große Erwartungen!

Single-Kurzgeschichten – Große Erwartungen!

Anna-Lena’s Single-Kurzgeschichten – Große Erwartungen! Meine verhängnisvolle Affäre ist Geschichte, denn ich habe es geschafft die feindliche Übernahme vom Hormon Oxytocin erfolgreich zu besiegen. Dieses Hormon hat meinen ganzen Verstand betäubt, ich war zu nichts mehr fähig außer an ihn zu denken und darauf zu warten bis er wieder kommt, in doppelter Hinsicht. Mein Bester Freund Till nennt mich dann immer den „Liebeszombie“ eine sehr nette Bezeichnung für diesen Zustand, der garantiert jeden Mann in die Flucht schlägt. Welcher Typ steht schon auf eine Frau, die pinke Herzchen im Auge hat, damit wirkt man am Anfang einfach nur hilflos und schwach. Die wenigsten Männer stehen auf schwache Frauen! Also musste ich schwere Geschütze auffahren um wieder von ihm loszukommen. Ich habe ihn aus meinem Handy, FB – Freundesliste und letztendlich aus meinen Gedanken eliminiert.

Die ersten drei Tage waren die schlimmsten, aber nach gut zwei Wochen war alles ausgestanden und seitdem ich wieder klar denken kann, finde ich wenig Gründe, weswegen ich das solange mitgemacht habe, denn eigentlich ist er ja gar nicht mein Typ! Verdammt das stelle ich erst jetzt fest! Verrückte Welt, ich hasse die rosarote Brille…! Single sein ist wirklich nicht einfach, wenn die Urinstinkte da immer wieder dazwischen funken und einen zum willenlosen Opfer verwandelt.

Ich soll lernen meine Gefühle besser zu kontrollieren und diesen weisen Ratschlag bekomme ich von jemandem, der meiner Meinung auf dieser Ebene, keine wirklichen Gefühle besitzt. Denn Till hat sich noch nie gefühlsmäßig auf eine Frau eingelassen. Er ist der Meinung  wir Frauen sollten uns im Vorfeld mal Gedanken machen, was wir von einem Mann erwarten. „Ihr Frauen wisst doch nie was ihr wollt!“ einer seiner Lieblingssätze, damit hat er gar nicht so Unrecht, denn ich wechsle ständig meine Meinung. In der Woche kann ich gut ohne einen Mann, am Samstag soll es nur für eine Nacht sein und am Sonntag möchte ich eine Beziehung. Irgendwie werde ich mit mir nicht einig. Es wäre schön, sich einfach mal wieder richtig zu verlieben, aber das ist kompliziert, denn wir neigen dazu, uns oft selber im Weg zu stehen. Aber was erwarten wir denn?

Je älter man ist, desto schwieriger wird es, denn die Erwartungen wachsen an den nächsten potenziellen Partner, es ist wie „Ich packe meinen Koffer und nehme mit…“ Im Laufe der Jahre sammelt sich da schon einiges zusammen.

Er soll ehrlich, treu, männlich, cool, lässig, humorvoll, unabhängig, selbstbewusst, gut zuhören können, romantisch, einfühlsam, verständnisvoll, liebevoll, intelligent, stark, nicht launisch, kinder- und tierlieb, anziehende Ausstrahlung, loyal, aufmerksam, belastbar, unkompliziert, sexy, sensibel, hilfsbereit, sportlich, talentiert, tolerant, geduldig, zuverlässig und respektvoll sein.

Nach der Meinung meines besten Freundes kommt diese Vorstellung vom „Perfekten Mann“, einer Kastration gleich und widerspricht jeglicher männlichen Natur zu dem fragte er mich, ob ich eigentlich mehr auf Frauen stehe! Ja, gut, wenn man das komplette Paket haben möchte, ist die Messlatte so hoch gegriffen, dass kein Mann die erreichen kann. So, wie viel von diesen Eigenschaften treffen denn auf eine Frau zu, also mindestens zwölf tendieren zum weiblichen Verhalten, einige passen auch sehr gut zu einem Hund. Zusammengefasst: Wollen wir einen MANN, der denkt, wie eine Frau und uns die Zeitung bringt!

Einige Frauen stehen auf einflussreiche, wohlhabende Männer, manchen reicht es wenn er eine eigene Wohnung und Auto hat. Alles sehr oberflächlich, finden andere. Dabei folgen sie alle einer Vorstellung. Sie suchen für sich den perfekten Versorger, zumindest sind das die Anfangsvorstellungen, denn die Natur hat nicht ohne Grund, uns die rosarote Brille aufgesetzt. Dank ihr verlassen wir nämlich unser hohes Ross und kommen auf den Boden der Tatsachen zurück. Wir sehen den Mann dann mit ganz anderen Augen. Fahrrad oder Auto, groß oder klein, WG oder Eigenheim, Top Style oder Schlaghose, alle Oberflächlichkeiten verfallen und nur die wichtigsten Charakterzüge bleiben bestehen, wie Ehrlichkeit, Treue und Intelligenz. Denn mit diesen drei Eigenschaften haben wir den perfekten Versorger, auch wenn wir es nicht war haben wollen, die Neandertalerzeit hängt uns immer noch nach.

Es ist ein Gedanke der in unserem Gehirn seit Millionen von Jahren eingepflanzt ist, Emanzipation hin oder her, die war zeittechnisch im Vergleich ja erst gestern und ist noch lange nicht bei den Eierstöcken angekommen. Der Urinstinkt wird uns in unserer Suche nie wirklich los- lassen. Weder Frau noch Mann.

Eigentlich ist es ganz einfach, die Frau ist darauf programmiert, den perfekten Versorger und Vater, für sich zu finden, unabhängig ob man sich auch selber versorgen kann. Der Mann hingegen soll sich Fortpflanzen, auch wenn er verhütet. Ein wenig haben wir uns der modernen Welt ja schon angepasst 😉 Also lassen wir den Mann doch ein wenig warten, bis er seinen eigentlichen Auftrag erfüllen kann und in der Zeit, sieht er vielleicht ja mehr in uns, als nur eine „befruchtete Eizelle“! Unsere großen Erwartungen halten wir etwas zurück und geben einen Mann beim Kennenlernen, erst einmal einen kleinen Rucksack und wenn das alles sich gefestigt hat, kann man zusammen, ja, einen größeren tragen.

Liebe Grüße Eure Anna-Lena 😉

Weiter geht es mit: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Quellenangabe: Grafik: fotolia.com / © diavolessa

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