Jetzt packe ich aus! 10 wirklich persönliche Fragen, denen ich mich stelle.

Hallo ihr Lieben,

dieser Artikel ist Teil einer Blogparade von Stephan Wiessler. Jeder Blogger kann mitmachen 😉

Heute erfährt man mehr über mich, Dinge die ich hier noch nie angesprochen habe, die aber zu meinem Leben dazugehören, wie das Salz zum Meer. Welche Gründe und Situationen hinter den Artikeln stehen. Man sieht es mir nicht an und das ist auch gut so, ich finde es immer wieder amüsant, wenn jemand sagt, der mich nicht kennt: “Du hast es gut, du hast so ein einfaches Leben, du bist normal und hast keine Probleme.”

Ich glaube, wenn mein Leben immer einfach gewesen wäre, dann würde ich nicht bloggen, gerade weil ich weiß, wie es ist, sich durch den Dreck zu kämpfen, nachdem man gefallen ist, wieder aufzustehen, um irgendwann wieder zu fallen, weil es fürs Oben bleiben einfach keine Garantie gibt, schreibe ich meine Artikel. Denn wann ist es am dunkelsten … kurz bevor es wieder hell wird.  Da zitiere ich meinen Konfirmationsspruch “Ich bin das Licht …” der mich mein Leben lang begleitet obwohl ich nicht sehr religiös bin.

Ok, genug 😉 Und los gehts:

1. Was ist das Schlimmste, was Dir jemals passiert ist?

Da gibt es mehrere Sachen, aber ein Erlebnis hat mich mehr mitgenommen, als ich es mir zuerst eingestanden habe. Die Drogensucht meines ehemaligen Freundes. Leider stellt sich keiner vor, wenn man jemanden kennenlernt, mit: „Hallo ich bin Mr. Wrong, mit schwieriger Kindheit, depressiven Eltern, die zudem ein Alkoholproblem haben und mehr mit sich beschäftigt waren, als für die Kinder da zu sein, die an ihren Krankheiten zerbrochen oder verstorben sind, worauf ich selber depressiv geworden bin und das mit dem Konsum von Drogen verdränge und zu viel Alkohol trinke um meine Vergangenheit und die heutigen Probleme besser ertragen zu können. Aber du bist genau das Gegenteil, ich glaube du kannst mir helfen, wenn ich mit dir zusammen bin, dann wird endlich alles gut und ich endlich glücklich und gesund. Und Liebe verleiht einem bekanntlich Flügel und mit dir an meiner Seite schaffe ich das und es ist ganz einfach.“

Nein, so stellt sich keiner vor, im Gegenteil, es wird eine Maske aufgesetzt, es wird jemand gespielt, der man nicht ist, nur um dem anderen, in diesem Fall, mir zu gefallen. Nach neun Monaten war mir klar auf wen ich mich eingelassen habe, es war nicht der Mensch, in den ich mich damals verliebt hatte, es ist hart, sich einzugestehen, dass es nicht mehr geht und dass der geliebte Mensch nicht wirklich existiert, es gibt diese zwei Seiten Dr. Jekyll und Mr. Hyde, der eine, der einen auf Händen trägt und der andere der sich selbst zerstört. Bleiben oder gehen, ich bin gegangen und dennoch war es schwer, ihn zurück zulassen, ihn sich selbst zu überlassen, sich freizumachen, sich immer wieder zu sagen: „Es ist sein Kampf, nicht deiner, du kannst diesen Kampf nie gewinnen, weil es nicht dein Kampf ist.“ Aber jeder Kampf hinterlässt seine Spuren und Wunden, da ich zu nah an ihm dran war, ging das Ganze nicht spurlos an mir vorbei.

“Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.”

— Friedrich Nietzsche

2. Was ist das Beste?

Meine Tochter, ich erinnere mich als ich sie zum ersten Mal in den Armen hielt, dieses fremde Geschöpf, welches mir seit Wochen schlaflose Nächte bereitet hatte, sah mich nun, mit ihren riesigen großen Kulleraugen skeptisch an. Sie gähnte, nahm ihren Blick aber nicht von mir, es war Liebe auf den ersten Blick, für sie werde ich stark sein, sie werde ich beschützen, ihr werde ich Werte und Ideale weitergeben und egal was auch passiert, ich werde nie aufgeben und ihr eine gute und liebevolle Mama sein, die sie durchs Leben begleitet und sie unterstützt, eine erwachsene Frau zu werden, genau wie es meine Mama gemacht hat und immer noch macht, denn Mamas können nicht kündigen und gehen auch nicht in Rente 😉

3. Was ist Deine Vision?

Ich bin gerade dabei, mein Buch zu Ende zu schreiben und mache Millionen Kreuze, wenn es endlich fertig ist. Irgendwann möchte ich nur noch Schriftstellerin sein, meine Romane schreiben, irgendwo im Süden, zumindest sechs Wochen im Jahr, auf der Terrasse sitzen, dem Meer lauschen, in den Himmel blicken und mit meiner Tochter beobachten, wie die Sonne im Meer versinkt. 

4. Warum bloggst Du?

Das hat sich so ergeben, ich schreibe gerne und irgendwie schaffe ich es stets, mich in Situationen zu manövrieren, worauf meine Freunde immer wieder meinten, darüber könnte ich ein Buch verfassen. Gesagt getan und Anna-Lena war geboren. Später kam hinzu, dass ich über meinen Blog meine Ansichten, Erfahrungen teile und neue Denkansätze anstoße. Ich habe mein Verhalten immer wieder erneut analysiert, reflektiert und Umdenk­prozesse in meinem Handeln voran getrieben, welche ich auf meinem Blog veröffentliche und meinen Lesern zunutze kommen lasse.

Bekanntlich wächst man an seinen Erfahrungen, der Schmerz ist der Vater und die Liebe die Mutter der Weisheit. Wenn man selber Situationen erlebt hat, die einen hinunterziehen, kann man viel besser verstehen, wie es anderen damit geht und da ich ein Stehaufmännchen bin, möchte ich mit meinem Blog zeigen, dass man nicht der / die Einzige ist, dem es so geht, denn die Frage „Warum passiert das gerade mir?” stellt sich jeder. Und wie man damit umgehen kann und sein Lächeln behält oder wieder zurückerlangt, liest man auf meinem Blog.

5. Wie viel Geld hast Du jetzt gerade auf dem Konto?

954 €

6. Hast Du einen Traum, den Du Dir noch nicht erfüllen konntest?

Ja, mein Buch zu vollenden, dieser Traum rückt jeden Tag ein Stück näher.

7. Wo und wie wohnst Du?

In dem Haus meiner Omi in Hamburg, früher hatten wir auf zwei Ebenen eine Mädels WG, sie unten, ich oben mit meiner Kleinen, als sie vor ein paar Jahren von uns ging, zog ich nach unten und meine Mama und ich restaurierten und renovierten die komplette Wohnung, da lernte ich auch das Tapezieren und Wände verputzen. Mein bester Freund bezeichnet meine Wohnung mit den Worten „Schöner wohnen“, ich lege sehr großen Wert auf harmonische Einrichtung, Farbkombinationen mit passenden Dekorationen. Dieses Jahr ist der Garten an der Reihe 😉

wohnzimmer

8. Was würdest Du tun, wenn Du ab jetzt finanziell ausgesorgt hättest?

Ich würde sofort ein paar Patenschaften vom SOS-Kinderdorf übernehmen, früher wollte ich immer ein oder zwei Kinder adoptieren und denen hier ein schöneres Zuhause ermöglichen. Aber über die Jahre und seitdem ich selber Mama bin, weiß ich wie viel Verantwortung das ist, zudem reißt man Kinder dann nicht aus ihrer gewohnten Umgebung, sondern unterstützt sie und auch ihre Familie, indem man ihnen ermöglicht zur Schule zu gehen und sich weiterzubilden.

Meine Omi hatte früher auch solche Patenschaften und zeigte mir die Briefe und Fotos von ihren „Patenkindern“, ich habe mich immer gefreut, wenn ein neuer Brief kam und mir damals gesagt, wenn du genug Geld hast, dann machst du das auch. Ich brauche nicht viel Geld um glücklich zu sein, nur so viel, dass ich ein Dach überm Kopf habe, sämtliche Rechnungen bezahlen kann und etwas zum (Er-)Leben, wie Reisen oder andere Dinge, die ich schön finde.

9. Was ist Deine größte Angst?

Meine Zukunft, seit meinem 6. Lebensjahr habe ich Rheuma, Chronische Polyarthritis, kurz, alle Gelenke sind betroffen. Seit einigen Jahren habe ich glücklicherweise nur noch geringe Schübe, die mit Medikamenten gut eingedämmt werden können. Allerdings habe ich dadurch Arthrose 3-4-gradig, die ersten OPs habe ich schon hinter mir und einige noch vor mir, die hoffentlich in weiter Ferne sind, ich habe über die Jahre gelernt, damit zu leben, aus jedem Klinikaufenthalt mache ich etwas Positives, als Kind, wie als Erwachsene. Es ist mein Päckchen, welches ich zu tragen habe und wenn es dann heißt das erste künstliche Knie muss her, dann werde ich auch dieses tragen. 

10. Wen würdest Du gerne mal persönlich treffen?

Mein erster Gedanke, meine Oma, väterlicherseits, sie ist sehr jung gestorben und ich habe sie nie kennengelernt, jedoch heißt es immer, du kommst nach meiner Mutter, sie war eine tolle Frau, du siehst aus wie sie, du bist wie sie, du bist ihr so ähnlich, schade das ich sie nie kennenlernen konnte. Dann überlegte ich, welche Person würde ich gerne treffen, die noch lebt.

Ganz klar, Malala Yousafzai, ihre Geschichte hat mich sehr berührt und sie lässt sich nicht unterkriegen im Gegenteil, sie macht aus ihrem Schmerz etwas Positives, in einem Umfang, der einfach nur vorbildlich ist. Ich würde ihr danken und sagen, dass sie eine tolle Frau ist und ein Vorbild für die heutige Welt, solche Menschen tun etwas, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, da ist ein Danke, das mindeste und danke, hört jeder Mensch gerne, es ist das, was einen antreibt weiterzumachen und nicht aufzugeben.

Jetzt wisst ihr mehr, auch wenn ich stets bemüht bin Miss Sunshine zu sein, gibt es auch bei mir mal Regen, oder einen Orkan, zwei Tsunamis waren auch dabei, egal was war, ich bin immer wieder aufgestanden und das werde ich auch immer wieder tun, denn es lohnt sich.

“Aus den TRÜMMERN unserer VERZWEIFLUNG bauen wir unseren CHARAKTER.” – Ralph Waldo Emerson

THAT’S ME Autor-Julia

 

6 Comments

  • Liebe Julia,

    irgendwie hat es schon etwas mit dem Singledasein zu tun, gerade ich weiß, wie gut das Schreiben tut. Als ich Deine Zeilen las, kamen sofort Erinnerungen und Gefühle aus der Vergangenheit hoch, ich weiß das Du in einer ziemlich verzwickten Lage steckst. Auf der einen Seite sind Deine Erfahrungen und das Wissen, das es nicht richtig, viel mehr nicht gut für Dich ist, aber auf der anderen Seite ist die Liebe, die emotionale Bindung und die Hoffnung, das doch noch alles gut wird.

    Da Du zum wiederholten Male eine Lernschleife drehst und irgendwie auch die gleiche, frage Dich mal, was für ein Leben Du gerne haben möchtest und wie weit Dein jetziges Leben davon entfernt ist.

    Du musst diesen Kampf nicht kämpfen, Du kannst diesen Kampf auch nicht gewinnen, es ist nicht Dein Kampf, sondern seiner. Wenn man lange in einen Abgrund starrt, dann starrt der Abgrund irgendwann auch in Dich. Wie viel ist noch von der Person vorhanden, die Du gerne bist? Bei mir war im nach hinein gar nichts mehr übrig.

    Es gibt ein schönes Buch, ich habe es gelesen “Die Sucht gebraucht zu werden.” von Melody Beattie.

    Liebe Grüße Julia

    • Hey Julia,
      danke für deine Antwort und vor allem auch danke für deine eMail. Das hat man ja echt selten. Ich werde mir das Buch mal besorgen. Ich hab das Gefühl, ich bewege mich ohnehin seit etwa einem viertel Jahr auf einer Selbstfindungsreise. Ich hab so viel gelernt, was mir vorher nie in den Sinn kam. Danke für deine wertvollen Worte. Dass du dir so viel Zeit für die Antwort genommen hast, finde ich echt super. Alles Liebe,

      Julia

  • Wow, gerade deine erste Antwort hat mich sehr berührt… denn genau das gleiche kenne ich auch. Dieser Mr. Wrong, der so schimmernd vor einem stand wie der wahre Mr. Right. Auch drogenabhängig, untreu (vermutlich) und nach einem Jahr einfach verschwunden. – Dieses eine Jahr war so nervenaufreibend, schön und schrecklich in einem. Und es hat nie wirklich geendet. Er war einfach plötzlich weg und hat sich nicht mehr auftreiben lassen. Nach einem Jahr gab es mal wieder ein Lebenszeichen, aber irgendwie wurde noch nichtmal ein Gespräch daraus, obwohl es so nötig gewesen wäre.

    Das aller Schlimmste daran war aber noch, dass ich mir vorgenommen habe, “solchen Menschen” aus dem Weg zu gehen. Mit dem Ergebnis, dass 8 und 10 Jahre später wieder solche Menschen in meinem Leben standen… und momentan noch immer stehen. Nicht in ganz so schlimmen Ausmaß, aber dennoch… Der eigene Vorsatz, sich das nicht nochmal anzutun, ist dahin, aber die Frage, ob man nicht einfach das Weite suchen sollte, quält doch immer und immer wieder. Jeden Abend, jeden Morgen, jedes Mal, wenn man in diese zugedröhnten Augen sieht. – Und ich fühle mich dabei so allein und verlassen, so machtlos und verloren…

    Ich habe bisher insgesamt 4 Entzüge von Partnern mitgemacht, mit ihren Rückfällen und allem emotionalen Stress, der dazu gehört. Ich habe zwar mein eigenes Leben so langsam im Griff, oder arbeite zumindest auf ein Ziel hin, aber dieses fremde Leben in der gleichen Wohnung lässt einen ja doch nicht los. Der Versuch, eine Mauer aufzubauen, ist doch hoffnungslos, wenn man im gleichen Bett schläft und sich jeden Abend verzweifelt daran hindert, in Tränen der Verzweiflung auszubrechen… – Das hat zwar alles nichts mit Single-Dasein zu tun, aber ich glaube, ich musste mir das einfach gerade mal von der Seele schreiben…

    Alles Liebe,
    Julia

  • Danke liebe Anja 😉 Ich dachte erst an ein kleines Apartment, aber nachdem meine Mama den Artikel gelesen hatte, kündigte sie vorsorglich schon mal ihren Besuch an, woraufhin meine Mädels sich dem anschlossen. Dann muss ich wohl doch eine kleine Finca mieten, aber nichts ist schöner als geliebte Menschen um sich herum zu haben, vielleicht sind wir ja später Nachbarn 😉

  • Danke für diese persönlichen Antworten, die du uns da gibst. Ich finde es total interessant zu erfahren, was hinter den Menschen steckt, die man so tagtäglich auf ihren Blogs besucht. Und dass du es definitiv nicht immer einfach gehabt hast, leuchtet ein.
    Bei Punkt 3 würde ich mich übrigens anschließen. Irgendwo auf einer Finka hausen und Romane schreiben, wäre auch mein absoluter Traum. 🙂
    LG

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