Nach der EMANZIPATION, wird es Zeit für die MANNZIPATION

Nach der EMANZIPATION, wird es Zeit für die MANNZIPATION

Ein Artikel von einer starken Frau für starke Frauen und die es noch werden wollen. Nein, in diesem Artikel werden die Männer nicht kastriert. Entweder waren sie es schon vorher – aus welchen Gründen auch immer oder sie sind noch auf der Suche nach ihrer Männlichkeit. Die, die Eier haben, werden sie auch in diesem Beitrag behalten. Aber dennoch bin ich der Meinung nach der Emanzipation wird es Zeit für die MANNZIPATION 😉

„Julia, du musst dich eben auch zurücknehmen, das verschreckt die Männer sonst.“ typische Sätze, welche man als glückliche Singlefrau so ins Gesicht geschleudert bekommt. Sobald die Personen feststellen, dass man eben nicht das macht, was andere gerne hätten. Natürlich wird dadurch deren Sicherheit extrem durchgeschüttelt, wenn man als starke Frau dazu steht, sich nicht für andere zu verbiegen. Gerade das macht ja die Stärke mit aus. Was jetzt auch nicht bedeutet, dass ich nicht nachgiebig wäre, deren Selbstbewusstsein angekratzt wird, weil man eben nicht im größten Chaos überfordert ist und auch noch daraus das Beste macht. Ich weiß, eine absolute Frechheit.

Starke Frauen tragen ihren Schmerz wie Highheels, egal wie sehr es schmerzt, man sieht immer nur das Schöne daran.

Ehrlich, würden diese Dinger nicht längere Beine zaubern, würden wir sie wohl kaum tragen. Allerdings stehe ich auch total zu meinen flachen Schuhen, denn die sehen vielleicht nicht so heiß aus, sind dafür aber irre bequem. Man kann eben nicht alles haben und das ist auch gut so. Genug von Schuhen, kommen wir zum Wesentlichen.

EMANZIPATION:

Ein interessantes Zitat von der von mir sehr geschätzten Vera F. Birkenbihl (Vortrag von 2001):

„Wir Frauen haben vor 200 Jahren begonnen uns zu emanzipieren, haben aber dummerweise versucht uns alleine zu emanzipieren. Es geht nicht, dass die eine Spezies sich befreit und die andere bleibt in Knechtschaft. Und die Männer haben jetzt vor 30 Jahren angefangen aufzuwachen und haben noch einigen Aufholbedarf. Auf der anderen Seite, beim zweiten Mal läuft die Entwicklung immer etwas schneller als beim ersten Mal. Also in ein, zwei Generationen können wir es geschafft haben, wenn wir alle guten Willens sind.“

Durch die Emanzipation wurden die damals festgelegten Regeln durchbrochen und die Rollen neu verteilt. Der Mensch hat so seine Schwierigkeiten mit Veränderungen und benötigt eine gewisse Zeit sie zu akzeptieren und anzunehmen. Klar, dass das mit der Gleichberechtigung ebenfalls ein Prozess ist und eben seine Zeit bedarf, um sich weiterzuentwickeln.

Es war einmal …

Ich danke den Frauen meiner Vorzeit dafür, dass ich entscheiden kann, wer ich bin, was ich will und noch viel mehr, was ich nicht will. Allerdings bin ich auch der Meinung ich kann, wenn ich will, meine Brüste zeigen, ich es aber nicht mache, weil ich es nicht will. Das war der eigentliche Sinn der Gleichberechtigung – FREIHEIT. AKZEPTANZ. Mittlerweile hat der Feminismus für mich einen fahlen Beigeschmack. Nach der Befreiung folgt die Unterdrückung. Es ist nicht Sinn der Sache jetzt herabzuschauen, wo man all die Jahre darum gekämpft hat nicht mehr aufschauen zu müssen. Der eigentliche Plan war doch GLEICHBERECHTIGUNG und die damit verbundene Augenhöhe!

Die Balance, die Mitte, das GLEICHGEWICHT zu finden ist schwer. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass man nach einem Erfolg zu  weiteren „Erfolgen“ strebt und es passieren kann, dass man sich zu Extremen hin entwickelt. Es liegt irgendwie in der Natur des Menschen vom Opfer zum Täter zu werden. Männer sind toll, sie sind wahnsinnig interessant mit all ihren von mir gefühlten Eigenarten, die von der Wissenschaft als männlich deklariert werden. Denn Männer sind anders und wir Frauen auch, aber wenn man sich gegenseitig mit verschiedenen Gehirnarchitekturen akzeptiert, können wir gemeinsam wunderbare Zeiten miteinander verbringen. Hier ist es sinnvoll weder das eine noch das andere Geschlecht zu unterdrücken.

Starke Frauen haben es schwerer …

Es gibt eben noch nicht so viele Männer, die mit den neuen „Rollen“ klarkommen, wenn SIE erfolgreicher im Job ist, wesentlich mehr Geld verdient, ihre Karriere nicht für Kinder an den Nagel hängen möchte. SIE ein höheres Bildungsniveau hat und viele Dinge hinterfragt. SIE sich selbst bewusst ist und über ein großes SELBSTBEWUSSTSEIN verfügt, bei dem einige Herren sich schnell entmannt fühlen. Ich zitiere einen meiner Ex-Freunde – „Mit dummen Frauen ist es so viel einfacher.“ Hier ist viel mehr die Naivität gemeint, denn man kann mich weder formen, verbiegen und erst recht nicht brechen. Er brauchte jemanden, der ihn quasi anhimmelt. Bei mir wäre Maximum auf Augenhöhe möglich gewesen, aber wenn ich ehrlich bin, habe ich auf ihn hinab geschaut und versucht ihn zu stärken, um mindestens auf Augenhöhe zu kommen.

„Julia, du musst dich eben auch zurücknehmen, das verschreckt die Männer sonst.“ Ich stimme zu, dass starke Frauen, wieder lernen müssen sich zurückzunehmen, dass sie sich nicht für alles verantwortlich fühlen und ein Stück Kontrolle abgeben. Aber bitte nicht für den Partner! Sich zurücknehmen, dadurch dem Partner Raum geben, damit er stärker wird. Theorie klingt super, aber die Praxis ist fürn A…. Also bitte nicht als „starke Frau“ sich auf einen schwächeren Mann einlassen, denn wir besitzen eine magische Anziehungskraft für diese Herren!

Achtung schwache Männer …

Ich bin ein absoluter Magnet für schwache Männer, wie hieß es so schön, ach ja, ich sollte den Herrn mit meiner Art und Weise mitreißen … ihn begeistern. Ich nenne es die Jesus-Aura, gerade die schwachen Herren profitieren von starken Frauen, aber warum sollte ich auf so jemanden eingehen?

Denn Männer sind  zum Glück nicht dämlich. Wenn wir Frauen uns zurücknehmen und die Herren dadurch stärken, kann man dieses Theater nicht ständig aufrechterhalten. Ehrlich gesagt erinnert es mich daran, wie ich mit meiner Tochter umgehe. Will ich ein zweites Kind als Partner an meiner Seite? Kann ich ihn überhaupt auf Dauer ernst nehmen? Und genau diese Fragen stellt sich auch der Mann. Will ich eine zweite Mutter? Ist sie meine Therapeutin? Kann ich ihr irgendwann das Wasser reichen?

Die Antworten darauf sind mehr als frustrierend, zudem kann es auch passieren, dass der Herr es ausnutzt, wenn die Frau sich zurücknimmt. Wenn sie sich zurücknimmt, dann kann ich sie vielleicht auch noch unterdrücken! Fatal, dann wird gerne die umgekehrte Psychologie angewendet, alles was einen an einem selber stört, wirft man dem Partner vor. Er holt sich seine Bestätigung von außen, es wird fremd gegangen, er wird gemein und die starke Frau fragt sich, wieso tut er das, ich habe doch so viel für ihn getan. Ich habe mich zurückgenommen, ihm das Gefühl gegeben, dass er etwas Besonderes ist, aber das reicht ihm nicht, denn er hat ein Problem mit sich selber, es wird ihm NIE reichen. Denn es ist egal wie viel Bestätigung man von Außen erhält, wenn man es selbst nicht auch so fühlt.

Gegensätze

Wie heißt es so schön, Gegensätze ziehen sich an, halten es aber nicht lange miteinander aus. Starke Frauen und schwächere Männer passen nicht zusammen, die gesellschaftliche Kluft ist zu groß, alles was er am Anfang so faszinierend an ihr findet, wird ihn später frustrieren. Er wird es ihr neiden und sie dafür verantwortlich machen, weshalb er sich so schlecht fühlt. Man kann jemanden nicht ändern, aber man kann sich selbst verändern. Wie viel Persönlichkeit muss man abgeben, um den anderen „glücklich“ zu machen, damit er sich besser fühlt und will man das überhaupt?

Um es mit den Worten eines guten Freundes zu sagen: „Höre einfach auf unter deinem Niveau zu daten. Nicht jeder Mann passt zu dir und einige sind nicht an Erfahrungen gewachsen, sondern wurden dadurch gebrochen. Aber es ist nicht deine Aufgabe sie wieder aufzubauen. Nicht jeder kann dir mental das Wasser reichen und wenn du das merkst, dann lässt du es einfach.“

Während andere sagen: „Julia, du musst dich eben auch zurücknehmen, das verschreckt die Männer sonst.“ Ja es verschreckt die Männer, es verschreckt die richtigen Männer. Nämlich die, welche mich als Konkurrenz ihrer Männlichkeit betrachten. Diese Herren haben ein Problem mit sich selbst, welches ich selbst mit aller Hingabe von Bestätigungen nicht lösen kann. Sobald ich merke, dass mich der Gedanke beschleicht, der Mann würde viel besser zu mir passen, wenn er einige Dinge in seinem Leben, am Charakter ändert und ich mich hier und da zurücknehme, dann weiß ich mittlerweile, dass er nicht wirklich zu mir passt.

Warum sollen wir uns zurücknehmen, uns verbiegen, um jemandem zu gefallen oder die Beziehung am Leben zu halten, ich halte nicht viel von so einem Theater. Ich finde es wird mal Zeit für die MANNZIPATION.

MANNZIPATION

Kurze Anmerkung – wir sind die Generationen der vaterlosen Kinder, vielen Männern fehlte (ohne Vater aufgewachsen oder ein Vater der viel arbeitet) einfach auch das männliche Vorbild, welches verheerende Folgen in der Entwicklung zum Mann haben kann. Zudem führen damalige und immer noch bestehende gesellschaftliche Anforderungen an den Mann zu einem enormen Druck

Liebe Männer, wir starken Frauen haben gelernt zu überleben. Schwierige Situationen managen wir wie McGyver, egal welcher Sturm uns heimsucht, wir sind der Fels in der Brandung. Wichtige und unwichtige Entscheidungen treffen wir selbst. Wir sind Macher, sehr mit unserem Leben beschäftigt und hochgradig daran interessiert unsere Persönlichkeit weiter zu entwickeln. Befreit Euch von dem Gedanken, dass eine Frau zu euch aufsehen muss, damit ihr euch besser fühlt – löst euch von der Abhängigkeit von Bestätigungen, wir wollen euch weder unterdrücken noch eurer Männlichkeit berauben, DENN DAS TUT IHR EUCH SELBER AN.

Es wird einmal …

Die wenigsten Frauen haben ein Problem damit, wenn der Mann im Job eine weniger hohe Stellung oder ein niedrigeres Gehalt hat. Es reicht ihnen, dass er seinen Lebensunterhalt alleine finanziert und dabei muss man nicht einmal ein Auto haben. Ja, es gibt sie, diese „geldgeilen“ Frauen, aber oft sind es die, die selber kein Geld haben. Hier wäre es einfach angebracht, wenn er es akzeptiert und sich nicht im Ego verletzt fühlt, wenn sie einen weiteren Posten hochsteigt oder eine Gehaltserhöhung erhält.

Problematischer wird es bei sehr unterschiedlichen Bildungsniveaus, da hier die Interessen oft auseinander klaffen. Hinzu kommt, dass  SIE sich in bildungsähnlichen Kreisen bewegt und man sich mit Doktoren, Anwälten und Professoren vergleicht, das kratzt oft am Ego. Auch hier ist einfach nur Akzeptanz gefragt, Neid und Missgunst führen nur zu einem gestörten Selbstbild.

Eine gewisse Dramatik entsteht beim Selbstbewusstsein. Eine starke Frau braucht praktisch keinen Mann, sie kann auch ohne überleben. Durch die Emanzipation wurde das damalige Abhängigkeitsverhältnis zwischen Mann und Frau gelöst. Während die Frauen sich viel besser an der Realität orientieren und somit flexibler agieren, trauern einige Männer unbewusst/bewusst noch den Regeln nach, die so nicht mehr existieren. Auch wenn sie es gar nicht wollen, fühlen sich Männer mit einem geringen Selbstwert auf Langzeit neben einer starken Frau nicht wohl, weil sie stets vor Augen haben, was sie gerne hätten. Aber so ein Selbstbewusstsein entsteht nicht von heute auf morgen, es ist ein Prozess, den man am Besten alleine durchwandert und erreicht. Nicht ohne Grund bestätigen Wissenschaftler, dass Menschen, die länger mit sich alleine sind, eine größere Persönlichkeitsentwicklung durchlaufen, als welche die immer in Partnerschaften leben. Es heißt ja auch SELBSTBEWUSSTSEIN.

Mein Fazit

Für die Herren habe ich hier einen tollen Blog – MÄNNLICHKEIT STÄRKEN. Denn wenn eins klar ist, es ist immer das EGO, welches leidet und dafür sind die Herren selbst zuständig es zu stärken. Ladys, wir natürlich auch. Viele denken, sie seien selbstbewusst, sind es aber gar nicht, denn wer auf Bestätigung von außen angewiesen ist, sich durch Kritik verunsichert fühlt, anderen neidet, sich über Missstände ärgert, dieses ist viel mehr ein Zeichen von Schwäche, an der man aber gut arbeiten kann.

In ein, zwei Generationen, wenn wir guten Willens sind, wird auch ein Großteil der Herren sich mit der neuen Rollenvergabe arrangieren. Ich plädiere da für gegenseitige Akzeptanz – denn jeder will um seiner selbst geliebt und NICHT verändert werden. Wenn man so gar nicht miteinander klar kommt, dann passt es eben nicht. Sich auf Biegen und Brechen zu verändern, um auf einen Nenner zu kommen, halte ich für sinnlos. Für mich steht fest, meine Praxis ist geschlossen und nimmt keine weiteren Patienten mehr auf. Jesus-Aura ade & holding out for a hero 😉

Passendes Video dazu von Eckart von Hirschhausen – SCHLAUE FRAUEN brauch keine Männer 😉

Weitere Lesestoff zum Thema habe ich hier für Euch:

Die etwas andere Geschichte von mir über – Prinz & Prinzessin, ein modernes Märchen! – Ein Portrait von mir in den Fünfzigern, ein Korsett von etlichen Regeln und Vorstellungen, wie eine gute Frau zu sein hat und der heutigen Erkenntnis – Ich brauche keinen Mann … zum Glück! – mehr über – Gegensätze ziehen sich an, halten es aber nicht lange miteinander aus

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