Anna-Lena’s Single-Kurzgeschichten – Obstsalat!

Single-Kurzgeschichten – Obstsalat!

Anna-Lena’s Single-Kurzgeschichten – Obstsalat! Eigentlich war mein Sonntag ganz anders geplant, nun sitze ich auf Tills Sofa, gucke „Transformers – die Rache“ und höre mir seine Frauengeschichten an. Er hat zur Zeit etwas mit drei Frauen, das sogenannte Tripple „A“, Anna, Alex und Ariana. Seit Wochen geht das schon, jede ist auf ihre Art besonders, Anna die etwas Schüchterne, Alex die Taffe und Ariana die Versaute. Natürlich weiß keine von der Existenz der anderen, nur ich als beste Freundin bin genauestens informiert. Heute hat er sich mal eine Pause gegönnt, denn die Mädels fangen an, ihn öfters sehen zu wollen und bei dreien ist das schon die halbe Woche. Sein Handy hat allerdings nicht frei, mittlerweile lautlos, vibriert es erneut. Ich frage mich welches „A“ sein Mobiltelefon gerade zum Glühen bringt und Till, der glänzt mit Anruf-Abnehm-Abwesenheit. Also, für alle Frauen und auch Männer, EINMAL anrufen reicht, falls keiner ran geht, die Nummer wird angezeigt und es gibt ganz genau zwei Möglichkeiten: 1. Man wird zurückgerufen. 2. Man wird nicht zurück gerufen! Bitte, nicht mit unterdrückter Nummer anrufen, wir sind schließlich keine 16 mehr. Es ist immer wieder ernüchternd die Sicht von der Testosteron Seite zu erfahren.

Ich halte nicht viel von diesem Zirkus, jede hat ihren Auftritt, aber danach darf sie auch wieder hinterm Vorhang verschwinden, damit die nächste ran kann. Hin und wieder stelle ich diese Freundschaft schon in Frage, er meidet eine Beziehung, wie der Teufel das Weihwasser, aber als bester Freund ist er super, also blende ich das Frauen verschlingende Monster aus. Vielleicht sind meine Ansichten ja auch nicht mehr zeitgerecht. Männer tun es und Frauen tun es auch, eventuell ist es ja mittlerweile „normal“, sich mit mehreren zu treffen. Quantität statt Qualität oder versucht man etwa in der Auswahl die Elite zu finden, die sogenannte Nadel im Heuhaufen!

Ihr erinnert Euch noch an den Typen mit dem BLONDEN langen Haar auf dem Stuhl, im Bett und dem mit Lippenstift bedeckten Glas aus der Spülmaschine! Ich dachte WIR lernen uns kennen, zumindest hat er das so zu mir gesagt nach ein paar Date’s. Genaue Wortwahl… „Wir lernen uns kennen und gehen das alles ganz langsam an.“ Im Nachhinein übersetzt: Kennlernphase „ganz langsam“ – er trifft sich auch mit anderen, er möchte sich einen genauen Überblick über das Angebot einholen.

Mit einem Krawuuum erhält die Realität wieder Einzug in mein Leben. Oh Gott, vielleicht bin ich auch Mitglied in einem Double oder Tripple „A“!!! Aber ich will die Einzige sein, strebt nicht jeder danach der oder die Einzige zu sein. Ob Mann oder Frau, wer mag schon Nebenbuhler. Aber bekanntlich belebt Konkurrenz das Geschäft. Natürlich darf man sich mit anderen treffen, wir sind ja Singles. Aber lernt man eine Person wirklich kennen, wenn man auch nach Wochen mehrgleisig fährt? Ist das so ein Ego Ding, ich kann so viele haben und deswegen fühle ich mich jetzt besser! Till hat seinen Spaß, wobei, heute stresst es ihn eher, denn wieder blinkt sein Handy auf. Ich kenne Till schon sehr lange, er will keine Beziehung, wenn er sich verliebt wäre natürlich alles anders, aber sobald ihm eine zu nahe kommt, lenkt er sich mit einer anderen ab. Ich glaube, das ist so ein typisches Männerding und richtig durchsteigen tue ich da nicht, alles sehr widersprüchlich. Ich hätte mich auch mit Anderen treffen können, am Anfang habe ich das ja auch noch, aber nach 2 Wochen wurde nach und nach ausselektiert und übrig blieb nur einer, vielleicht brauchen Männer da etwas länger, aber wie lange soll man das mitmachen. Sobald ich es weiß, werden die Karten neu gemischt und es gibt „rot“, meine Devise, einen zur Zeit und danach, der nächste bitte…!

„Till du passt perfekt zu dem Tripple „A“, denn du bist das Arschloch!“ und greife frustriert in die Chipstüte. Er blickt kurz zu mir „Ah, wie darf ich das jetzt verstehen?“ und rollt mit den Augen. Das war ja klar, dass Till ganz anders darüber denkt. „Ich meine deine Spielereien, heute die, morgen die andere, warum nicht nur eine?“ seine Stirn zieht sich zusammen „Anni, ich bin Single!“ Ich liebe es wenn er diese Karte ausspielt und jegliche Verantwortung ablegt. „Darum geht es doch gar nicht, nur weil du Single bist hast du nicht die Lizenz mit jemanden zu spielen!“ wehmütig sehe ich wieder den Autos zu, wie sie sich um die Weltherrschaft prügeln. Er versucht doch wirklich es sich schön zu reden. „Till, mit Frauen spielt man nicht, außer sie sind ans Bett gefesselt!“ Er schmunzelt und senkt den Kopf zu mir „Die Mädels sehen das ganz locker, das habe ich von Anfang an klargestellt, ich mag nicht nur den Apfel, sondern auch die Ananas und die Erdbeere!“

Bezeichnet er die Mädels gerade als Früchte? „Du vergleichst die Mädels mit Obst?“ und schüttle fassungslos den Kopf. „War klar, dass du mir daraus wieder einen Strick drehst, du weißt wie ich das meine!“ und verschränkt seine Arme. „Oh, jaaa, du stehst auf Obstsalat, der Mix macht’s!“ Blöd nur für die Früchte, denn selten wurden sie darüber informiert, dass sie eigentlich einen Mix ergeben und dass man eventuell nach kurzer Zeit gegen eine Birne eingetauscht werden kann. Welch grausame Realität, ich bin vielleicht auch gerade nur Teil von einem Obstsalat, wer weiß wie oft ich das schon war! Erzählt wird einem viel, nur die wirklich wichtigen Dinge werden verschwiegen und das aus gutem Grund, sonst kein Obstsalat! Wie sagt Sharon Stone doch so schön:

„Frauen können einen Orgasmus vortäuschen, Männer eine ganze Beziehung“        

Sharon Stone

Der Film ist zu Ende, Optimus Prime hat gesiegt und wieder vibriert sein Handy, nein, dieses Mal ist es mein Smartphone, eine Sms: „Hey, sehen wir uns heute Abend denn noch?“ Ha, das war mein eigentlicher Plan für heute. Er ist es und wahrscheinlich ein weiterer Kandidat der den Obstsalat praktiziert… und fragt sich, warum seine Erdbeere sich seit 5 Tagen nicht mehr gemeldet hat. Das Gute an der „Kennlernphase“ ist, man lernt jemanden WIRKLICH kennen und oft sind es nicht nur die guten Seiten. „Nein und wir sollten es dabei belassen“, Nachricht versendet, mir wird schlecht.

„Alles gut bei dir? Ich lehne mich zurück und versuche meine Tränen zurück zu halten, ich atme tief ein „Ach weißt du, es gibt so viele schöne Frauen, ich muss nur den Mann treffen, dem das egal ist!“ er nickt, es klingelt wieder, aber dieses Mal an der Tür. „Erwartest du noch jemanden?“ und erhebe mich vom Sofa. „Nein!“ er bleibt sitzen, während ich meine Sachen zusammen suche. Es klingelt erneut „Wer kann das denn sein, ist es die Ananas, der Apfel oder die Erdbeere?“ Till zuckt irritiert die Achseln und blickt zu seinem Iphone, welches immer wieder aufleuchtet, weil alle ja so entspannt sind. Aber er macht keine Anstalten die Tür zu öffnen, nein, er zieht es vor die Vogel-Strauß-Taktik anzuwenden. Till ist kein Mann, er ist ein Junge und das mit 34 Jahren. Wenn seine Mutter hier wäre, würde er sich womöglich hinter ihrem Rockzipfel verstecken. Ja, ja, immer den Weg des geringsten Wiederstandes gehen, aber heute nicht! Denn es ist schon eine wacklige Angelegenheit, seinen Schuh auf nur einem Bein, im Stehen anzuziehen. Ich verliere das Gleichgewicht und „Ooops“ bin ich etwa aus Versehen gegen den Türöffner gekommen.

Entsetzt starrt er mich an und seine Lippen formen das Wort „Neeeeeeeiiiin!“ er versucht noch mich einzuholen, aber zu spät und seine Haustür ist offen, ich vernehme das klackernde Geräusch, von einem Paar Schuhe, das durch das Treppenhaus hallt. Till weiß gar nicht wie ihm geschieht und Alex steht vor der Tür, ein schneller Blick, ihre Mundwinkel ziehen sich kurz nach oben und schon ist sie an mir vorbei. Hier geben sich die Frauen die Klinke in die Hand, ich schließe die Tür hinter mir und verlasse den Zirkus. Manege frei für Alex! Jetzt hat er den SALAT …

Da muss er jetzt durch, er hat sich die Suppe selbst eingebrockt, auch wenn er mein bester Freund ist, aber manchmal müssen wir Frauen zusammenhalten. Meine Tasche vibriert, oje, das ist “ER” und es ist die Antwort auf meine Sms. Ich will es gar nicht wissen, immerhin war das eine Kurzschlussreaktion auf Grund akuter Befangenheit, von der ich jetzt nicht mehr zurück kann. Ignorieren, arg, Neugier siegt und ich greife in meine Tasche „Wie meinst Du das… ich weiß im Moment noch nicht genau was ich will!“  Halleluja, er weiß nicht was er will…

…und dazu mehr beim nächsten Mal

Eure Anna-Lena 😉

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Quellenangabe: Grafik: fotolia.com / © diavolessa

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