Reisebericht – Drei Singles in Kroatien – Split, Plitvicer Seen

Reisebericht – Drei Singles in Kroatien – Split & Plitvicer Seen

Bevor ich schon wieder weg fliege, habe ich es endlich geschafft meinen Städtetripp mit den Mädels zu verfassen. Im Mai ging es nämlich für vier Tage nach Kroatien, ein Land welches schon laaaaaange auf meiner Liste stand. YES, abgehakt. Man gestalte sich das SingleLEBEN bunt, mit Glitzer und Konfetti. Reisen ist definitiv das Glitzer, der Feenstaub neuer Erfahrungen, wunderschönen Momenten und lustigen Erlebnissen. Ich packe meinen Koffer und nehme mit – meine Mädels & ein paar Outfits im Handgepäck.

Drei Singles in Kroatien

Gleich am ersten Abend crashten wir eine Open-Air Party. Während meine Blicke die Lokation am Hafen abscannten, schwante es mir schon. Getränke aus Plastikbechern zu sehr günstigen Preisen, eine große Anzahl von jungen Gesichtern und überall liefen diverse Herren (Jungs) mit diesen Omega-Beta-Ceta-Jackets herum, die ein wenig an Harry Potter erinnerten. Eine Studentenparty und wir waren die Omas, welche ihre Rente versaufen. Also, je oller desto doller sprangen wir nach den Hits der 80er, 90er und 2000er, bei denen einige höchstwahrscheinlich noch nicht mal geboren waren.

Mein geilster Moment des Abends war – laut, falsch und voller Begeisterung zu Bon Jovis It`s my Life zu singen. Ich inhalierte die frische Luft, es war angenehm warm, schaute in den sternenklaren Himmel und in die dunkle Weite des Meeres, für eine Weile stand die Zeit still. Nur ich und diese Glückseligkeit, die lachenden Gesichter meiner Mädels und ich wünschte mir, dass dieser Augenblick niemals endete. Also speicherte ich diesen Moment BEWUSST ab, um mich immer wieder daran erinnern zu können und gerade beim Schreiben habe ich ihn wieder vor Augen und erlebe ihn noch einmal. FANTASTISCH.

Split

Am nächsten Tag ging es früh in die Hafenstadt. Eine malerische Kulisse, wie ihr seht. Es war traumhaft an der Promenade entlang zu schlendern, die Augen in die Ferne schweifen zu lassen, über das Meer zum gegenüberliegenden Hafen und wieder zurück. HERRLICH. Neben dem Fotografieren legte ich immer wieder kleine Pausen ein, um die Gegend auch außerhalb der Linse zu betrachten. Im Herzen von Dalmatien liegt die historische Stadt Split und ist nach der Hauptstadt Zagreb die zweitgrößte Stadt Kroatiens. Umgeben von den Gebirgen Mosor, Kozjak und dem Gebirgszug Perun erwarten einen auch traumhafte Badestrände und Buchten in und um Split.

Auf unserer Entdeckungsliste stand als erstes der PALAST DES DIOKLETIAN, der 1979 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde. Allerdings gab es da einige Hürden zu überwinden, wie Bershka, wo sich unser Shopaholic sofort hineinstürzte. NEIN, in Hamburg gibt es kein Bershka. Wie eine Löwin auf der Jagd stürzte sie sich auf die hilflosen Kleiderständer auf der Suche nach Nahrung, ich meine Kleidung. Hier und da wurde sie fündig und probierte. Meine andere Freundin meinte, wir könnten auch den Weg untenlang gehen. Ich guckte und voller Schrecken verneinte ich dieses Vorhaben. Sie wunderte sich und sah mir den Angstschweiß die Stirn hinunter laufen „Wieso?“. Woraufhin ich sie ein Stück zu mir zog und mit dem Finger nach vorne zeigte „Da ist ZARA.“ Wir lachten beide und waren uns einig, wir gehen oben entlang, sonst wird das heute nix mehr mit Sightseeing.

Palast des Diokletian

Der Diokletianspalast gehört zu einem der am besten erhaltenen Denkmäler römischer Baukunst in der Welt. Heute bildet er die Innenstadt der wunderschönen Hafenstadt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die ursprüngliche Architektur verändert, doch die Einwohner dieser Stadt wussten die Struktur des Palastes so zu nutzen, um sie dabei so wenig wie möglich zu beschädigen. Es herrscht ein buntes Treiben, mit tollen Cafes, kleinen Läden und sehr viel Leben in den schmalen urigen Gassen, welche sich durch den Palast ziehen.

Den besten Ausblick hat man vom BELL TOWER, dem Himmel so nah. Allerdings muss man dann auch den Turm hoch … Sagen wir mal so, der Aufstieg von Treppenstufen mit einer Höhe von zwanzig Zentimetern bis gefühlten halben Metern, gestaltet sich schon etwas schwierig, die engen dunklen Wände tragen nicht gerade zur Raumfreiheit bei. Die größte Hürde allerdings kommt erst später, denn ganz nach oben führt eine Metalltreppe, die rostet, wackelt und gewiss nicht den deutschen Sicherheitsstandard erfüllt. Zwei dünne Metallstreben sorgen dafür, dass man sich festhalten kann, ein Fehltritt und das war‘ s. Unser Shopaholic frohen Mutes geht einfach weiter, ich gucke mir das Konstrukt noch einmal an – nur über meine Leiche. „Jetzt stell dich nicht so an.“ hörte ich sie sagen. „Du kannst mich mal kreuzweise, f…. dich, da gehe ich nicht hoch.“ und mein Angsttourette machte sich bemerkbar. „Gut, dann gehe ich eben ohne Euch.“

Ängste sind dazu da um sie zu überwinden, indem man sich ihnen stellt. JA, aber nicht mit einem Brecheisen, das führt eventuell zu noch mehr Ängsten. Theoretisch müsste ich jeden Tag ein paar Stufen hier weiter nach oben, soviel Zeit habe ich aber nicht. Aber da hätten wir ja noch ein Fenster aus dem man hinausklettern kann und drei Meter, statt fünfzig Zentimeter vom Abgrund und dem sicheren Tod entfernt war. Am Anfang zog mich die Angst förmlich nach unten, aber je länger ich dort auf dem Fenstersims saß, desto entspannter wurde ich und irgendwann konnte ich die Aussicht richtig genießen. Dieser Moment, indem man mutig ist und sich selbst überwindet – UNBEZAHLBAR und auch der landet BEWUSST in meinem Erinnerungsschatz.

Perivoj & LUKA Ice Cream & Cake

Wenn man eins richtig gut in Kroatien kann, dann ist es ESSEN. Wir haben jeden Tag wie die Könige geschlemmt. Besonders schön ist das Perivoj, etwas abseits der Touristenströme. Mit einem parkähnlichen Innenhof mit Springbrunnen in der Mitte lädt der wunderschöne Garten zum länger Verweilen ein. Hier wird auf allerhöchstem Niveau gezaubert, zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

TIPP – teilt Euch nicht das Dessert! Mit großen Augen starre ich meine Freundin an, hat sie eben gerade den Teller zur Seite geschoben, als unsere andere Freundin mit dem Löffel im Ansatz erneut in den heißen, geilen Schoko-Lava-Cake eintauchen wollte. DIESER MOMENT wenn deine Freundin beim nächsten Angriffversuch des anderen Löffels, den Teller in die Hand nimmt und sich zur Seite dreht. UNGLAUBLICH.  Seit dreißig Jahren bin ich mit der Guten befreundet und noch nie, noch nie habe ich sie so futterneidisch erlebt. „Abgründe tun sich auf“ und fange an zu lachen – mit vollem Schokomund „Niff hätte ja auf nom, nom, sisch einen holen können, aber niff wollte nischt, nom, nom.“ Tja, selbst Schuld diese Geschichte darf sie sich noch mit achtzig anhören, meine Liebe, das ist ein VERSPRECHEN.

Ich sehe uns schon in 50 Jahren, weißt du noch mit dem Schokodessert und dem Teller wegnehmen?“ Sie: „Ja, aber ich hatte 30 Tage kein Zucker und meine Tage.“ Worauf ich: „Das kann uns nicht mehr passieren, scheiß auf Diät und ein Hoch auf die Wechseljahre .“

Im LUKA Ice Cream & Cake gibt es richtig leckere Waffeln zum Frühstück, ob herzhaft oder süß, die sind leider geil. Dazu gibt es homemade Wasser mit frischen Früchten. Das selbstgemachte Eis ist ein kroatischer Geheimtipp.

Plitvicer Seen

Ein Paradies in Mittel-Kroatien, welches 1979 im UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen wurde. Der größte und meistbesuchte Nationalpark Kroatiens. Von zahlreichen Bergen umgeben, erstreckt sich das Wunder der Natur über 290 Hektar. Den „Schatz vom Silbersee“ haben wir zwar nicht gefunden, dafür aber türkisfarbenes glasklares Wasser, märchenhafte Wasserfälle entlang des Weges und einen traumhaften Ausblick. Die 16 oberirdischen Seen des Nationalparks erstrecken sich über eine Fläche von circa 217 Hektar.

In mehreren Routen von 1 – 8 Stunden kann man die Seen entlang von ausgeschilderten Pfaden erkunden. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns also verlaufen werden, wurde so eben um 20% verringert. Mit KARTE in der Hand, welche das Risiko um weitere 10% mindert, geht es im optimalen Wanderoutfit los – Glitzerschuh, Designer-Taschen, Hipster-Rucksack, weißem Blouson, Bluse, lediglich die MomFit-Jeans ist outdoortauglich. Ein wenig Carry Bradshaw mit Charlotte und Samantha im Schlepptau, welche definitiv den Mount Everest mit High-Heels und Designer-Outfit besteigen würden.

Drei Frauen in einem Boot

„Kommt schon, das wird lustig.“ und bearbeitete die Mädels, mit mir ein Boot zu besteigen. „Da kann nichts passieren, das ist ganz einfach.“ redete ich souverän und mit einer Selbstverständlichkeit vor mich hin bis sie ja sagten. Die zehn Euro Leihgebühr übergeben und die eine schon fast drauf „Also Mädels ich sollte noch erwähnen, dass ich das auch zum hust, hust, ersten Mal mache.“ – Im Chor „Nicht dein Ernst.“

Ein kurzes Nicken meinerseits und die beruhigenden Worte „Das wird lustig.“. Das war es auch, selten so gelacht, als die erste auf allen Vieren, sicher ist sicher, das Boot erklomm. Die zweite etwas mutiger sich nach hinten zu ihr gesellte und ich mit einem Satz, als erfahrener Seebär, in das Boot sprang, beim Paddeln gekonnt der Fähre auswich, meine Freundin hatte schon Bilder vom Untergang der Titanic vor Augen, aber ihre Erwartungen, dass wir alle sterben, wurden nicht erfüllt – zum Glück. Im Gepäck weitere schöne, abenteuerlustige Erinnerungen.

Reisen macht glücklich

Sich glückliche Erinnerungen wieder ins Gedächtnis zu rufen verleiht uns ein Gefühl von Zufriedenheit, selbst wenn der Augenblick schon lange vorbei ist. Neue Erfahrungen sind Erinnerungen, die man für immer behält. Reisen ist die beste Investition in schöne Momente und Erinnerungen. Ein kleiner Schatz aus Kroatien tummelt sich jetzt in meinem Kopf. Ach ja, am letzten Tag wurde noch Zara entdeckt, da waren wir nicht schnell genug 😉

Einen gaaaanz großen Dank an den Navigator, Schatz du hast das alles wunderbar organisiert 🙂 und einen großen Dank an unseren El Commandante, sie sorgt für einen zeitnahen Ablauf, dass wir nicht zu viel chillen und rechtzeitig loskommen, so hat jede ihre Aufgabe. Meine – I love to entertain you 😉

Am Sonntag geht es das erste Mal ohne erwachsene Begleitung für drei Wochen auf große Reise nach Florida. Da werde ich dann alles alleine managen – Herausforderung angenommen und ich werde sicherlich mit einem noch größeren Schatz an tollen Erinnerungen nach Hause kommen. Ich werde Euch bei FB und INSTAGRAM auf dem Laufenden halten, folgt mir und ich nehme Euch immer wieder mit auf meine Reise.

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