Single & verliebt

Single & verliebt

heute gibt es gaaaaaanz viele Schmetterlinge … gut, im Glas und seziert! Im Bauch oder an der Wand, können diese Viecher einen ganz schön in den Wahnsinn treiben. Wobei diese Flatterdinger gar nichts dafür können, denn die wirklichen Verursacher sind viel kleiner. Ist jemand gerade verliebt? Wenn nicht, es geht oft schneller als man denkt, aber das solltet ihr unbedingt wissen, wenn es mal wieder so weit ist.

Liebe ist …

eines der schönsten Gefühle, korrigiere Verliebtsein ist eines der schönsten Gefühle – dieses Kribbeln im Bauch, ein Lächeln, welches so wärmend, wie die Sonne strahlt, das Gefühl auf Wolken zu gehen, ach Quatsch, zu schweben und man am liebsten die ganze Welt umarmen möchte. Kein Wunder, dass jeder danach strebt sich zu verlieben, es ist schließlich ein Rausch der Gefühle und es fühlt sich so gut an.

Früher dachte ich immer, wenn ich auf jemanden treffe, der mir gefällt, bei dem es Klick macht, die Funken nur so sprühen – es wäre Schicksal. Es muss so sein und alles sollte so ablaufen, damit wir uns begegnen. Welch romantische Vorstellung, die ist mir mittlerweile abhanden gekommen und um das genauer zu erklären, machen wir einen kleinen Ausflug in die Wissenschaft.

Verliebtsein startet im Kopf …

Als erstes stelle ich Euch die Pheromone vor, Pheromone, meine Leser … ach ihr kennt Euch, sehr schön. Unsere Sexual-Hormone, sie sind geruchlos und werden daher nur unterschwellig im Unterbewusstsein wahrgenommen. In Sekundenschnelle gelangen sie über die Nase direkt ins Gehirn und entfalten hier ihre Wirkung, denn Sympathie und Antipathie  sind davon abhängig, ob ich jemanden „riechen“ kann oder nicht.

Liebe auf den ersten Blick

Vielleicht auch ein Grund, weswegen man beim Online-Date feststellt, dass das nichts wird, ja, Ihr ahnt es schon – die Pheromone. Damit wäre die Liebe, ok, Sympathie auf den ersten Blick erklärt. Wenn man sich sieht und denkt, wow … nein, kein Schicksal, sondern ganz nüchtern, man ist genetisch hochkompatibel und empfindet füreinander das Gefühl der perfekten Chemie. Ja und wenn unsere Immunsysteme harmonisieren dann sprühen die Funken, aber holla die Waldfee – Verliebte sind wie Streichhölzer, fangen sie an zu brennen, verlieren sie den Kopf.

Achtung Kuschelhormon

Dank des Bindungshormons Oxytocin oder auch Kuschelhormon, neigt man auch dazu, dem anderen schneller zu vertrauen, dazu gibt es eine sehr interessante Studie, ihr werdet echt gucken, wie sehr wir von Hormonen manipuliert werden und das alles dient nur einem Zweck – der Fortpflanzung. Gerade nach dem Sex, besonders wenn er gut war, wird dieses Hormon in Massen ausgeschüttet, damit man sich an denjenigen bindet, ok, wir Mädels haben laut der Evolutionsbiologie Herzchen in den Augen und die Herren werden müde, also ich könnte Schlaf echt gut gebrauchen … Selbst in Zeiten der Verhütung, könnten wir eine befruchtete Eizelle sein und damit wir gut über den Winter kommen, sollen wir uns an den Herrn emotional binden. Es macht einen weicher und verschleiert gerne die Realität.

Im Rausch der Gefühle

Dieses Kribbeln im Bauch, wird verursacht durch Hormone, in diesem Fall keine Sexualhormone, sondern Botenstoffe. Erst einmal am Cocktail der Liebe genippt, rauschen auch schon sämtliche Hormone durch die Blutbahn und vernebeln das Hirn. Jeder kennt die rosarote Brille, manchmal ist sie auch pink und blickdicht.

Das Herz klopft schneller, wenn man denjenigen sieht, denn der Körper stößt mehr Adrenalin und Cortisol aus. Hinzu kommt die Zerstreutheit, davon kann ich ein Lied singen, theoretisch würde ich auch ein Album zusammen bekommen, ein kleiner Auszug aus meinem Repotoire.

ER: „Geile Aktion von dir.“
ICH: „Ähm, ja.“
ER: „Du scheinst in meiner Gegenwart immer leicht verwirrt zu sein.“
ICH: „Eine gewisse Zerstreuung ist völlig normal, angesichts dessen, dass ich nicht alle Tassen im Schrank habe.“
ER: „Haha, da nehmen wir uns auch nicht viel, wobei ich mir die Lippen nie mit einem Autoschlüssel nachziehen würde!“

ER: „Was hast du dir bestellt?“
ICH: (Stelle fest, dass es mir nicht mehr einfällt, obwohl es gerade mal Sekunden her ist und zucke mit den Schultern)
ER: „Ok, dann lassen wir uns beide überraschen.“

Jedes Mal, wenn er in meine Nähe kommt, löscht er meine komplette Festplatte. Zudem erhalte ich die Meldung: Die Ordner Schlagfertigkeit und Coolness sind zur Zeit leider nicht erreichbar, bitte versuchen sie es später noch einmal. Also stehe ich vor ihm und sage zur Abwechslung mal nichts, vielleicht reicht es für ein klägliches „Hi“. Diese Pheromone sind mein Kryptonit, nichts geht mehr und mein System wird heruntergefahren und der Neustart hat einen ähnlichen Zeitfaktor, wie Windows. Sehr amüsant und muss selber über meine Verplantheit lachen, besonders weil ich sonst so strange bin.

Wolke 7

Wenn man frisch verliebt ist, ähnelt der Zustand auch einem Drogenrausch. Dadurch, dass unser Körper viel vom Neurotransmitter Dopamin produziert, auch bekannt als „Glückshormon“, befindet man sich in einem Zustand des Glücks. Man schwebt auf Wolke 7 und möchte möglichst so viel, wie möglich konsumieren, nämlich das Objekt der Begierde. Im Gehirn sind die gleichen Rezeptoren besetzt, als wenn man süchtig nach Drogen oder  Alkohol ist. Das erklärt die Abhängigkeit, sie erzeugt ein super Gefühl und je mehr wir mit der Person zusammen sind, desto glücklicher ist man. Vielleicht auch ein Grund, weswegen einige sofort einen neuen Partner haben wollen, es geht nicht wirklich um die Person, sondern nur um den Zustand des Glücks. Auch hier gibt es wieder seltsame Verhaltensweisen, wie einer möchte einen jeden Tag sehen oder Freunde verschwinden und tauchen plötzlich nach Jahren wieder auf.

Wolke -7

Wer hoch fliegt, kann auch tief fallen. Wenn die Schmetterlinge im Bauch plötzlich zu Düsenjets werden, da kann einem schon mal schlecht werden und sehr traurig. Kein Wunder, denn Liebeskummer ähnelt einem Drogenentzug, es entzieht einem alle positiven Glücksgefühle, natürlich will man die nicht verlieren. Egal ob eine Trennung oder die Liebe wird nicht erwidert, löst das Schmerzen aus.

Durch den Entzug der Aufmerksamkeit werden die Liebesbotenstoffe zu Höchstleistungen aktiviert, weil die „Belohnung“ ausbleibt. Die neue Situation überfordert einen, löst Stress aus und blockiert Geist und Körper. Man kann sich nicht konzentrieren, die innere Unruhe lässt einen, wie ein Flummi in der Wohnung, auf und ab laufen. Je mehr sich der / die Angebetene von einem abkehrt, desto intensiver wird unsere Leidenschaft. Ein Teufelskreis! Ja, wer die Sehnsucht kennt …

„Ich rede schon mit der Couch, frühstücke mit dem Toaster und flirte mit dem Fernseher. Bevor ich jetzt noch ein Verhältnis mit dem Kühlschrank anfange … BITTE MELDE DICH …“

Das Bauchgefühl

Gerade als Single hat man ja immer wieder Kennenlernphasen, die öfters im Nirgendwo enden oder gar nicht enden, weil jemand lieber ghosting vorzieht, anstatt Tacheles zu reden. Das Problem mit der Ehrlichkeit ist, jeder schreit nach der Wahrheit, aber nur die wenigsten können sie wirklich vertragen.  Jede Enttäuschung tut weh, zu viele davon führen zu Frust und Angst sich zu öffnen. Unser Hirn speichert alles fein säuberlich ab und aktiviert es, wenn wir uns in einer ähnlichen Situation befinden, diese Erinnerungen sollen uns schützen, diesen „Fehler“ nicht noch einmal zu wiederholen, allerdings erst, wenn man es als Fehler, Katastrophe usw. abgespeichert hat.

Ihr kennt sicher diese innere Stimme, die einen hin und wieder versucht zu warnen, manchmal schreit sie einen auch an. „LASS DAS SEIN!“ Das ist der Verstand, aktiviert von Signalen, die man unterbewusst wahrnimmt, eigentlich möchte der Verstand nur, dass man nicht lachend in die Kreisäge läuft.

Hui, das war jetzt ganz schön viel Theorie, kommen wir wieder zu Praxis

Verliebtheit ist nichts anderes als eine chemische Reaktion. Kompatible Immunsysteme oder ausgelöst durch einen Hormon-Cocktail, wenn man das alles allerdings weiß, lernt man viel besser mit seinen Gefühlen umzugehen und sie richtig einzuschätzen. Wie oft höre ich mich jetzt sagen: „Julia, das sind nur Hormone, deswegen starrst du die ganze Zeit auf dein Handy – du hast Sehnsucht nach ihm.“ „Julia, höre auf zu tanzen, er hat sich nur gemeldet.“ „Alta Julia, kannst du bitte aufhören so debil zu grinsen …!“ tja und am Ende lachen wir beide über uns, denn wenn man verliebt ist sind wir alle wieder sechzehn.

Während ich früher von der Welle der Liebe, weit ins Meer hinaus gezogen wurde, jip, bin ein paar Mal ertrunken … lernte ich erst richtig Schwimmen mit einer gewissen Ausdauer und Kondition und mittlerweile surfe ich und genieße jedes Verliebtsein, ohne dass Erwartungen daraus werden. Denn es sind nur Hormone, ich habe sie zwar nicht im Griff, aber ich komme damit klar 😉 Mehr dazu nächsten Montag.Autor-Julia

 

 Quellenangabe: fotolia.com 79816470 | Urheber: nuiiko

2 Comments

  • Das ist aber jetzt schon ganz schön unromantisch liebe Julia 😀

    Trotzdem liest es sich wie immer super, besonders die Stelle mit den kommunikativen Aussetzen hat mich echt zum Lachen gebracht. 🙂 Lese ja grundsätzlich lieber „persönliche“ Texte mit eigener Meinung und Erfahrungen. Und was du ansich so beschreibst kann ich sehr gut nachempfinden (auch wenn diese richtige „Verliebtheit-oh-mein-gott-wird-er-sich-melden“-Phase schon etwas länger vorbei ist). Hier wäre es doch auch mal ganz interessant vielleicht darüber zu schreiben, was nach dieser Phase kommt. 🙂 So als Anregung.
    Auf alle Fälle wieder ein toller Beitrag.

    Viele liebe Grüße
    Madeleine
    maracujabluete.com

    • Ja, ich Romantik-Banause 😉 Den Text gibt es dann nächste Woche, erst einmal sollte man verstehe, was es so mit dem Verliebtsein auf sich hat. Wegen solchen Pheromonen geht man auch „fremd“ oder „verliebt“ sich in jemand anderen, eben in jemanden der genetisch noch besser mit einem zusammen passt. Gerade bei langen Beziehungen, kann so ein frischer Hormonguss für sehr viele Probleme sorgen, aber auch die ebben irgendwann ab. Verliebtsein fühlt sich zwar intensiver an, aber Liebe geht viel tiefer, man darf sie nur nicht verkümmern lassen 😉

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