Unverhofft kommt oft!

ACHTUNG: Fortsetzung von Bitte, bitte melde dich!

Tabi ist immer noch dabei sich zu rechtfertigen und verstrickt sich immer mehr in Ausreden, aber es ist, wie es ist. Ich sehe ihr zu, wie sie an ihrem Sektglas nippt und mit dem nächsten Atemzug mir wieder eine fadenscheinige Aussage serviert. Fühlt sie sich dadurch besser oder bemerkt sie langsam, dass es alles nur Erklärungen sind, ihr Verhalten zu entschuldigen. Ich lasse sie weiter reden, am besten ich mache eine Studie daraus, “Die zehn besten Ausreden, warum man sich nicht mehr meldet!”.

“Anni, hörst du mir überhaupt noch zu?” gedanklich gerade ganz woanders, nicke ich nur kurz und nehme einen großen Schluck von der Prickelbrause. Das reicht ihr anscheinend nicht, denn zwei erwartungsvolle Augen, warten wohl auf eine Antwort meinerseits. “Also ich fand er sah ganz nett aus auf dem Bild!” um über meine vorherige Abschweifung hinweg zu täuschen. “Wer?” “Na Stephan.” Sie greift zur Flasche und schenkt sich neu ein. “Ja, nett ist er.” und leert das Glas in einem Zug. “Du meinst nett, im Sinne von, toller Mann, aber nicht der Richtige für dich?” Das Glas füllt sich. “Ja, er ist wirklich toll, gebildet, lustig und gut sieht er auch aus, aber…” und das Glas leert sich. “Du stehst nicht auf ihn?” , sie nickt. “Und der andere ist wahrscheinlich auch ein toller Mann, wobei er sich gerade wie ein Arsch verhält, er aber nicht auf dich steht und du deswegen auf ihn stehst?”. Sie greift erneut zur Flasche. “Tabi das ist Sekt, kein Kurzer!” und sie lässt die letzten Tropfen ins Glas träufeln. “Ach ja, die Arschlochattitude, der Zauber den ein Mann oder eine Frau umgibt, wenn er, sie, nicht will.” “Du sagst es.” prostet mir zu und kippt das Zeug runter, als wenn es kein Morgen mehr geben würde. “So und jetzt Tequila!” Mein kleines “Arschloch” wird gerade zum Alkoholiker. Es klingelt. “Nein, den gibt es nur bei richtigem Liebeskummer und ich habe gerade auch so gar kein Mitleid mit dir.” streife ihr freundschaftlich über den Unterarm, worauf sich ihr Mund zu einem behutsamen Lächeln durchringt. “Unser Taxi ist da!” und verlassen flugs meine Wohnung, nächste Station – Schanze.

Der eisige Wind schlägt uns sofort entgegen, brrr, ist das kalt hier. Nachts ist es kälter als draußen und im Februar nachts draußen, steht man kurz vorm Erfrierungstod. Also schnell in die Bar Nouar. Sofort wenn man die Bar betritt, ist der 70er Jahre Flair unverkennbar. Die Wände sind mit goldenen Tapeten mit Ornamenten, verziert und Discokugeln, welche mit dem Licht spielen, prangen von der Decke. Erst einmal einen Cuba Libre zum Aufwärmen und lasse mich auf eins der schnuckeligen Oma-Sofas nieder. Tabi ganz in ihrem Element steuert das Sofa mit zwei Kurzen an. Oje, ich habe doch heute gar nicht das Verlangen mich abzuschießen, besonders weil ich morgen zum Frühstück eingeladen bin. “Hier.” und drückt mir das Glas ins Gesicht. Der Lakritz ähnliche Duft erreicht meine Nasenflügel. “Sambucca!!!” Sie grinst “Ja, nur die harten kommen in Garten.” “Und die härteren auf die Gärtnerin!” und vernichte das Gebräu. Uahhhh, mein Magen zieht sich zusammen und ich habe einen plötzlichen Anstieg von Hitze. Teufelszeug.

Tabis Gang wird immer wackeliger, wobei es bei ihrer Zombie-Performance zu Michael Jacksons “Thriller” gar nicht mehr auffällt. Emma Peel hat es einfach drauf. Ich bin mittlerweile bei Wasser angekommen, ratsam, wenn man am nächsten Tag nicht mit einem Kater aufwachen möchte. “Anniiii!” piepst es aus meiner beschwipsten Freundin. “Wo ist denn jetzt dieser Fabius?” Innerlich breche ich zusammen. “F A B I A N, der ist erst morgen, also, heute Abend unterwegs.” Sie lässt sich neben mir in die Kissen fallen. “Häää, ich dachte deswegen sind wir hier?” Dumdidum, Alkohol schadet dem Erinnerungsvermögen oder ist das eine Verdrängungstaktik? “Nein, das ist nachher, später, egal, ich bin nur mit, um dich aufzuheitern, weil ER sich ja nicht mehr gemeldet hat.” Das Tabi eigentlich in die gleiche Schublade gehört, wusste ich da ja noch nicht. “Ach so”, erhebt sich und bewegt sich wieder Richtung Tanzfläche oder auch nicht, denn ruckartig macht sie auf dem Absatz kehrt und ihre Haltung ähnelt nun einem Vierbeiner. Ich spüre, wie sie hinter meinem Sofa vorbei schleicht. “Tabi alles ok?” keine Antwort. “Tabi?”. Ich entdecke sie eine Lampe weiter, hinter der Couch hocken. “Was machst du da?” und beuge mich über die Lehne zu ihr näher ran. Sie macht eine scheuchende Handbewegung, “Gucke hier nicht so auffällig hin.” höre ich sie keifen. Was ist bitte ihr Problem und frage in die Luft. “Wie lange willst du da jetzt bleiben?” Es ist nicht einfach die Worte von der restlichen Geräuschkulisse zu filtern. “Bis wer weg ist?” ein lautes deutliches Krächzen “Stephan.” “Wie?” “Er ist hier… an der Bar.” das waren ihre letzten Worte, bevor sie sich beschämt noch weiter hinter dem Sofa versteckt. Haha, Tabi ist gar kein Arschloch, sondern ein feiges Huhn, na der Abend entwickelt sich vom Standard, zu recht unterhaltsam, mal sehen wie es endet 😉

Hier geht es weiter mit: Krawall und Remmidemmi!

Quellenangabe: Grafik: fotolia.com / © diavolessa

2 Comments

  • Hallo Thomas, danke, ja als Freundin ist sie allzeit bereit, aber wenn es Anna-Lena mal schlecht geht, sind sie auch für sie da 😉 Morgen geht es ja schon weiter, wünsche Dir auch einen schönen Abend.

    Liebe Grüße Julia 😉

  • Guten Abend Julia,
    das hätte ich auch erlebt haben können. Bin gespannt, wie es mit Anna Lena weiter geht. Als “Freundschaftsengel” hat sie alle Hände voll zu tun. Ich wünsche Dir einen schönen Abend. LG Thomas

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