Warum kompliziert leben?

Warum kompliziert leben?

Ach ja, wenn das so einfach wäre! Gerade in der Kennlernphase weiß man nie woran man ist. Es gibt so viele Ratgeber, wie man sich am besten verhalten sollte. Bis zu einem gewissen Punkt mögen manche “Spiele” das Ganze ja etwas interessanter machen, aber nach mehreren Wochen führt es oft doch dazu, dass das Hirn mehr involviert ist als das Herz. Die Einfachheit verblasst und es wird kompliziert! Je mehr man weiß, desto schwieriger wird es, denn die Erfahrungen begleiten einen, wie ein dunkler Schatten. Sobald man anfängt jemanden zu mögen, beschleicht einen der Gedanke, ich könnte ihn auch damit verlieren, es überfordert denjenigen vielleicht, weil er noch nicht das gleiche empfindet. Wenn man sich seiner Sache nicht sicher ist, fängt man an, alles zu hinterfragen und zu analysieren.

Mit der besten Freundin werden dann Verhaltensweisen seziert und genauer unter die Lupe genommen, in der Hoffnung Antworten auf die Fragen zu finden, was einen auf Dauer erheblich einschränken kann. Aber warum geißelt man sich selbst, ist es die Angst wieder enttäuscht zu werden, der Gedanke ich werde die Person noch von mir überzeugen oder jemanden, den man lieb gewonnen hat, wieder loszulassen?

Du vermisst jemanden? Rufe sie/ihn an.

Anrufen? Ja, anrufen, das ist das mit dem gemeinsam miteinander sprechen und kommunizieren über Handy oder Telefon, ihr wisst noch was ein Telefon ist, oder? Wenn man von Anfang an anruft, dann gehört das zum Standardprogramm. Es muss nicht lange sein … sagte sie und telefonierte die ganze Nacht hindurch. Erwartet nichts und schaut, wie es sich entwickelt. ALLERDINGS sollte man schon mit seiner Gefühlswelt zurechtkommen und nicht ständig sich melden, am besten ein Gleichgewicht oder wie ich es nenne Ping-Pong Meldesystem.

Du möchtest jemanden sehen? Lade sie/ihn ein

Wenn ich jemanden sehen will, dann verabrede ich mich. Wenn jemand keine Zeit hat, dann verabrede ich mit jemand anderem. Wenn ich jemanden kennenlerne, verplane ich meine Wochen ganz normal, wie immer, kein – ich lasse den Tag offen, vielleicht können wir uns ja da sehen. Wenn ich keine Zeit habe, habe ich keine Zeit, ich werde sie mir dann aber ein anderes Mal nehmen. Daher kein, ich hätte das machen können, kein Warten und irgendwie keine wirklichen Enttäuschungen.

Du willst verstanden werden? Erkläre es. 

Wenn ich mich dann mal selbst verstehe, oft schwanke ich zwischen, ja, ich will und nee, ich bin mir nicht wirklich sicher, mein Herz sagt ja, wobei wir hier viel mehr von der emotionalen Ebene sprechen, aber der Verstand gibt ein ganz klares VETO, dann ist es nicht das richtige. An alle HERZmenschen, der Verstand weiß das, was das Herz noch nicht wahrhaben möchte. Ok, habe ich mich dann ganz klar für ein ja oder nein entschieden, dann stehe ich dazu und erkläre, was ich wirklich will.

Du hast eine Frage? Stelle sie. 

Bevor man damit anfängt, seine Frage selber zu beantworten und verzweifelt nach Hinweisen im Verhalten und Worten sucht, lasst es. Jeder Mensch ist anders, handelt anders und egal wie wir sezieren, werden wir nie wirklich sicher sein, was die Wahrheit ist. Also, wenn etwas einen belastet, es das Leben einschränkt und GEDANKEN können einen ganz schön aus der Bahn werfen, dann ist es Zeit die richtigen Fragen zu stellen. Klar formuliert und nicht stundenlang um den heißen Brei geredet. Heißer Brei wirkt unsicher, Tacheles mit der richtigen Körperhaltung hingegen taff.

Dir missfällt etwas? Sage es.

Grenzen sind so wichtig, im Kleinkindalter lernen wir das Wort NEIN, wenn wir Grenzen überschreiten oder uns in Gefahr begeben. Jemanden kennenzulernen verläuft ähnlich, immerhin ist man sich völlig fremd und ein klares NEIN, ist wesentlich effektiver, als darauf zu warten, dass der andere von alleine darauf kommt, was einem missfällt. Es gibt bei mir einen gewissen Kulanzbereich, wird der allerdings überschritten, dann sage ich ein ganz klares STOPP und weise darauf hin, er sollte dieses nicht noch einmal machen, falls es dennoch zu einer Wiederholung kommt, gibt es eine Konsequenz, die auf dem Verhalten basiert – klingt nach Erziehung, ist es auch, denn jedem muss man seine eigenen Grenzen beibringen. Man sollte nie von sich auf andere schließen, jeder ist verschieden.

Dir gefällt etwas? Teile es. 

Jeder liebt Anerkennung, nichts ist schlimmer, als wenn man für andere etwas tut, klar mache ich das gerne, aber man freut sich trotzdem über ein Danke und wenn man es richtig würdigt und nicht als selbstverständlich nimmt, dann führt das auch oft zu Wiederholungen. Ich hatte mal einen Freund und alle Mädels werden mich jetzt echt beneiden … Der hatte meine Küche aufgeräumt und GEPUTZT und ich kam rein und merkte es nicht einmal, er war echt enttäuscht, erst wunderte ich mich, bis es klick machte. Wortlos ging ich raus und kam wieder rein mit den Worten “Schatz, du hast die Küche aufgeräumt und geputzt, Daaaaaaaaaanke. Das ist so toll.” und immer wieder zwischendurch “So, sauber hier.” … “Wie das alles glänzt, daaaanke.” Effekt – jedes Mal, wenn er Zeit hatte, war die Küche blitzeblank und natürlich bekam er noch eine extra Belohnung 😉 Klingt nach einem Hund … welcher Mann steht nicht auf “fein gemacht” Leckerlis.

Du brauchst etwas? Frage danach.

Ich kann prinzipiell alles alleine, allerdings stelle ich immer wieder fest, dass Hilfe mir sehr gut tut. Hilfe annehmen, danach fragen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eher von Stärke, denn man kann nicht alles können und andere sind einfach besser, indem was sie tun oder wissen mehr, denn man kann auch nicht alles wissen. Ein wenig Entlastung, durch Stärkung von anderen.

Du liebst etwas? Erzähle es.

Häufig neigt man dazu, eher Negatives zu teilen, sich über den Job beschweren über Männer, Frauen und die Kinder. Negative Dinge sind einfach pregnanter in unserem Leben, denn Glück und wenn es mal gut läuft, sehen wir es zu oft als selbstverständlich an. Ich liebe so viele Dinge in meinem Leben, die mich glücklich machen und wenn ich jemanden mag, dann stehe ich dazu, daran ist ja nichts schlimmes. Einmal meinte jemand zu mir “Wie, du magst mich?” daraufhin ich “Wieso wie, du magst dich doch auch, dann kann ich dich doch auch mögen oder nicht.” Er musste lachen “Das klingt logisch.”

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wo nichts ist oder nur wenig, wird sehr selten mehr daraus. Ich bin mittlerweile selbst ein Ritter aus LEIDENschaft, meine Rüstung ist aus Eisen und schützt mich, warum sollte ich die ablegen? Aber manchmal muss man etwas riskieren, es ist ein Stich, der weh tut und einen für eine Weile lähmt. Was wäre die Alternative, ein langsamer qualvoller Tod oder die große Liebe, wohl eher ersteres. Wenn man sagt, was man will, dann sollte man es vielleicht nicht als eine Entblößung seiner Gefühle sehen, sondern vielmehr als ein Befreiungsschlag, denn danach sind alle Fragen, die man seit Wochen mit sich herumschleppt, geklärt!

Oft haben wir Angst, etwas zu sagen, um nicht alles kaputt zu machen … Dann schweigen wir und es wird alles nur noch komplizierter. Aber das muss nicht so sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.