Warum scheitern wichtig ist – TRY. FAIL. LEARN.

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Warum scheitern wichtig ist

Ich wurde letztens von einer 15-jährigen Leserin gefragt, wie man es vermeiden kann verletzt zu werden. Da der Schmerz der Vater und die Liebe die Mutter der Weisheit ist, wird es ein Leben ohne Schmerz nie geben. Forschungen zeigen, dass das Versagen Motivation und Selbstbewusstsein stärkt und der Schlüssel zum Erfolg ist. Dazu später ein sehr schönes Beispiel. Dem kann ich nur zustimmen, denn wenn man immer alles richtig macht, wird man nie seine wirklichen Stärken kennenlernen. Der Leitspruch des Silicon Valley ist nicht umsonst „Scheitere früh, scheitere oft, damit du schneller etwas erreichst“. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, Worte von meiner Omi, welche mich begleiten und immer wieder daran erinnern, dass es ok ist, nicht alles zu können und hin und wieder auch mit Pauken und Trompeten erhobenen Hauptes unterzugehen. Warum scheitern wichtig ist …

 

Zum aller ersten Mal

Wenn ich irgendetwas im Leben zum allerersten Mal mache, dann geht erst einmal alles schief, aber so lernt man eben auch am besten. Ich habe mir so einige Grenzen gesetzt, ganz klar aus Angst. Jedes Mal, wenn ich auf dem Rücksitz saß und durchs Fenster auf den Highway sah, war ich froh, dass ich nicht der Fahrer war. Fünf Jahre später saß ich dann ganz genau da, wo ich nie sitzen wollte – VORNE – LINKS am STEUER in Florida. Der Weg dorthin war steinig und hart, lach. Aber jede Hürde, die es zu überwinden gilt, sehe ich als Herausforderung, als weitere Möglichkeit, wieder ein kleines Stück über mich hinauszuwachsen durch SCHEITERN DELUXE.

TRY. FAIL. LEARN.

TAG 1: „The second passageway and then turn right.“ Ziemlich verlassen stehe ich vor zwei Reihen von Mietwagen und jetzt … Ich muss nach der Kategorie MIDSIZE gucken und frage vorsichtshalber noch einmal nach. „Yes, you can pick up here a car.“

VERSUCH 1: Es wäre alles wesentlich sicherer und einfacher, wenn ich das Auto entdecken würde, welches ich gemietet habe. MIDSIZE und davor drei Buchstaben, ok, dann nehmen wir den hier – einen hellbeigen Jeep. Zack, wird uns das Auto vor der Nase weggeschnappt, also den schwarzen daneben und verstauen unsere zwei großen Koffer und das mittlerweile explodierte, überall verstreute Handgepäck. Neben uns wird der beige Jeep frei – UMZUG.

 

VERSUCH 2: Koffer hinten verstaut und mein erstes Mal – Automatik. Wo ist hier der Rückwärtsgang und wie bekomme ich den rein. An dieser Stelle, wenn man das weiß, ist alles gaaaanz einfach, ja, ja, wenn man aber keine Ahnung hat, dann durchströmt einen die leichte Panik. Ein falsches Manöver und wir haben ein Problem, da das Auto ganz genau einen Millimeter von der Wand entfernt geparkt wurde. „Automatik bin ich auch noch nicht gefahren“ kommentiert das Pubertier. BITTE WAS, das beruhigt mich jetzt gar nicht. Also brauche ich jemanden, der sich damit auskennt – Mamaaa!

 

Ziemlich verschlafen, um drei Uhr morgens fragt sie mich als erstes, warum ich das nicht google. Ganz einfach, wenn man jemanden hat, der das weiß, würde man ja auch keinen Publikumsjoker nehmen. Motor an, auf die Bremse und auf R, mein Fehler lag bei der Bremse, die ich vorher nicht auf dem Schirm hatte. Los geht ’s endlich und während ich Stopptanzen mit dem Auto veranstalte und den ANDEREN Gang Richtung Ausgang nehme, fahre ich genau an dem Auto vorbei, welches ich gemietet habe – NEIIIIN, FALSCHES AUTO!

VERSUCH 3: Gut SUV MIDSIZE, ist eben nicht MIDSIZE, also nächstes Auto. Ich stelle mich aber auch an, wie ein Mädchen. Das Pubertier visiert einen hellblauen Chevrolet an, Koffer rein und kein Schlüssel, an dem Fenster erkenne ich gaaaaaaaanz klein geschrieben – Reserviert, och nö, nächstes Auto.

VERSUCH 4: So, bevor wir jetzt ein anderes Auto wählen – DIE RICHTIGE FARBE – MIDSIZE – UND NICHT RESERVIERT – CHECK. Die Koffer sind verstaut, Rückwärtsgang, Vorwärtsgang und wir rollten langsam Richtung Ausfahrt. „Is this the right car.“ der Herr kontrolliert die Papiere. „YES“ – Halleluja.

Ich verlasse das Parkhaus und fahre direkt in eine tiefschwarze Waschanlage. Echt jetzt, warum mit einfachen Wetterbedingungen starten, wenn es auch schwierig geht und eilen im Schneckentempo, mit Scheibenwischer in Lichtgeschwindigkeit, ins Ungewisse.

TAG 23: Fuhren wir am Tag des Rückfluges 30 Minuten in die falsche Richtung. „Ich kenne das hier, das ist der richtige Weg“, war es aber nicht und um den Flug nicht zu verpassen, musste ich ein wenig auf das Gas drücken. Überhaupt kein Vergleich zum ersten Tag, ich könnte glatt bei „The Fast And The Fourius“ mitspielen, eben wie ein Mädchen. Aber ich hatte auch einen guten Lehrer, mich.

#WieEinMädchen

Eine aktuelle Studie zeigt: 73% der Mädchen in Deutschland vermeiden es, während der Pubertät, Neues auszuprobieren – aus Angst, sie könnten scheitern. Dabei lernt man viel mehr durch Fehler, sie manifestieren sich viel intensiver in unserem Hirn und alamieren uns, wenn man zu Wiederholungen neigt. Das ist dieses unterbewusste schlechte Gefühl, welches man dann plötzlich hat. Je älter man wird, desto besser kann man zwar das Gefühl identifizieren und einordnen, aber dafür braucht man Erfahrungen oder anders formuliert, ein paar Mal auf die Nase fallen.


Aber warum traut man sich so wenig zu, ob als Kind oder Erwachsener sind es doch viel mehr die Gedanken, was andere von unserem Misserfolg denken, welche uns hemmen. Man versucht etwas, scheitert und wird ausgelacht, das geht nicht nur Kindern so, das hört irgendwie nie auf. Man fühlt sich gedemütigt und untalentiert, die Angst vor Herausforderungen und Schwierigkeiten werden geschürt und sorgen dafür, dass man aufhört etwas zu versuchen.

Ob jung oder etwas älter, wir sollten keine Angst vor Fehlern haben, denn sie sind unsere besten Lehrer. Seit Juni 2014 bestärkt die Always #WieEinMädchen #LikeAGirl Bewegung bereits Millionen Mädchen weltweit darin, dass „etwas wie ein Mädchen tun“ gleichbedeutend mit „etwas Großartiges tun“ ist.

Meine Tochter ist selbst in dem Alter und macht sich viel mehr Gedanken darüber, was andere von ihr denken. Stärken wir die Mädchen von heute und leben es ihnen vor, das Scheitern völlig normal und auch wichtig ist. Dann haben wir später starke selbstbewusste Frauen, die sich frei entfalten und an ihren Fehlern wachsen. Das Video erinnert mich an die Vergangenheit und Gegenwart, aber es muss ja nicht die Zukunft sein.

Wenn man nicht hier und da auf die Nase fällt, ist das ein Zeichen, dass man nichts wirkliches Innovatives tut.

Woody Allen

Wie steht ihr zum Thema Scheitern, erlaubt man sich Fehler oder versucht man alles perfekt zu machen. Sieht man das Verfehlen eines Versuches mehr als eine Niederlage oder als Antrieb weiterzumachen und daraus zu lernen?

Bei mir waren es die eigenen emotionalen Bruchlandungen, die mich der Persönlichkeitsentwicklung näher gebracht haben und das Interesse an den Zusammenhängen in Beziehungssystemen geweckt. Ohne meine Pleiten, Pech und Pannen würde es diesen Blog nicht geben. Ich kenne vieles aus eigener Erfahrung. Das ist etwas anderes, als das Wissen nur aus Büchern zu saugen – ALWAYS LIKE A GIRL 😉

Ach und wer vielleicht gerade mit sich hadert, weil man wiederholt den gleichen Fehler gemacht hat – mit den Worten meiner Freundin: „Naja, der dreht dann einfach noch eine extra Lernschleife.“

Dieser Artikel wurde gesponsert von Always

3 Comments

  • Hihihi oh man! Also nach dem zweiten Versuch, das richtige Auto zu finden, wäre ich wahrscheinlich vor Lachen in die Knie gegangen. Schön zu hören, dass ihr es tatsächlich noch gefunden habt. 😉 Aber es stimmt schon, gerade in der Pubertät ist es extrem wichtig, was andere von einem denken. Ich muss sagen, mir ist es immer noch wichtig, und ich bin „schon“ 23. Aber ich habe in den letzten Jahren auch definitiv dazu gelernt und finde es nicht mehr so schlimm, wenn mich jemand einfach mal nicht mag. Mittlerweile scheue ich auch Veränderungen nicht mehr so sehr, obwohl ich definitiv öfter mal etwas Neues wagen könnte. Nun gut, ich bin gerade frisch in die Nähe von Hamburg gezogen, was ich normalerweise auch nie von mir gedacht hätte. Also sag niemals nie! 🙂

    Liebe Grüße,
    Maj-Britt

    http://www.dailymaybe.de

    • Hahaha, wir haben auch gelacht, wobei der Wortlaut meiner Großen eher der war „Oh, man Mama.“ Es war eine Odyssee, aber dafür kann ich jetzt in Perfektion ein gemietetes Auto abholen 😉 Richtig, sag niemals nie, ach was wo denn in der Nähe? Das mit dem, was andere über einen denken, ist normal. Da ist es hilfreich, wenn die Eltern einem beibringen, dass es egal ist, was andere über einen denken. Man lernt immer dazu und niemals aus. Liebe Grüße

  • Hey Julia,

    Zu diesem Beitrag mal keine hochtrabenden Worte von mir, sondern nur so viel: Ich finde deine rosanen Schuhe auf dem Titelbild echt unglaublich geil (im Sinne von schick) und das sage ich als Mann. 😀 😀
    Bei mir ist das mit Schuhen leider so eine Sache dank Größe 50. Ich bin schon happy, wenn überhaupt mal mehr als ein Paar beim Anprobieren gut passt.^^

    LG aus Hamburg
    Aetherhauch

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