Liebeskummer – erste Phase: VERDRÄNGUNG

Liebeskummer – erste Phase: VERDRÄNGUNG

Liebeskummer. Ja, wer hatte den noch nicht. Kennt ihr diesen bekannten Schlager: Liebeskummer lohnt sich nicht, mein Darling, bla bla, weil dein Herz morgen schon darüber lacht. Schön wäre es, denn eins weiß ich definitiv, dass das morgen immer noch weh tun wird.

Es gab eine Zeit, da ging es mir gar nicht gut, ich war mit meinem Gefühlschaos restlos überfordert, Gedanken, die mich innerlich auffraßen, Erinnerungen, die mich in die Vergangenheit zerrten und ein leerer Blick in die Zukunft. Noch heute frage ich mich, was war da mit mir passiert, was war da los, dass es mich so tief nach unten zog. Die anderen Trennungen hatten mich zwar auch etwas aus der Bahn geworfen, aber nicht unendlich weit weg von dem Weg, den ich normalerweise gehe.

Mittlerweile verstehe ich es und es ist ein enorm prägender Teil von meinem Leben, wo ich sehr viel dazugelernt habe.

Herzschmerz

Liebeskummer ist einer der schlimmsten psychischen Schmerzen, die ein Mensch erleiden muss. Trennungsschmerz entzieht positive Lebensgefühle und legt unsere Welt in einen dunklen Schleier. Gerade wenn man verlassen wurde, ist es besonders schwer. Der andere hat sich entschieden, ab sofort getrennte Wege zu gehen und oft verschwindet diese Person dann ganz aus unserem Leben. Die Reaktion auf den Verlust der Liebe eines Partners fallen sehr verschieden aus. Es kann von leichten Formen mit relativ kurzer Dauer bis hin zu langer und schwerster Verzweiflung reichen.

Eine Trennung kann einen manchmal ganz schön aus der Bahn werfen. Mit einer Abrissbirne werden sämtliche bisherigen Zukunftspläne eliminiert. Ob nach einem ewigen Kampf oder ganz plötzlich, es ist immer enttäuschend festzustellen, dass die Beziehung gescheitert ist und der Partner, mit dem man gestern noch Tisch, Bett, sein Leben und die Zukunft geteilt hat, jetzt nur noch zur Vergangenheit gehört.

Die Arbeit lenkt einen zwar ab, aber dennoch schützt sie uns nicht vor unseren Gefühlen, oh, Mann, ich habe schon einige Artikel unter Tränen geschrieben, ist auch großartig über Liebe zu schreiben, wenn man gerade das Gefühl hat daran zu zerbrechen.

Kein schönes Thema, ich weiß, aber ein ernstzunehmendes. Denn oft fühlt man sich den Gedanken und Gefühlen hilflos ausgeliefert und neigt für Außenstehende zu seltsamen Verhaltensweisen.

Ganz einfach erklärt, man befindet sich quasi auf Entzug. Die Liebe des anderen war die Droge, das Gehirn produzierte vermehrt Dopamin, ein Hormon, das für starke Glücksgefühle sorgt, deswegen auch die Schmetterlinge im Bauch. Das Ende der Beziehung aktiviert den Liebesbotenstoff zu Höchstleistungen, weil die Belohnung ausbleibt. Je mehr sich der Partner von einem abkehrt, desto intensiver wird unsere Leidenschaft. Die neue Situation überfordert uns, löst Stress aus und blockiert Geist und Körper.

Der Trauerprozess

Herzlich willkommen im Trauerprozess, denn bevor man ein richtiger Single ist, durchläuft man oft die vier Phasen, was mit einem passiert, warum es einem so schlecht geht und was man tun kann, um das ganze besser auszuhalten, erkläre ich euch hier.

1. Phase: Verdrängung – Ich will es nicht wahrhaben!

„Es ist aus, aber es kann doch noch nicht vorbei sein. Wir hatten doch noch so viele Pläne, er will nicht mehr, dass ich zu seinem Leben gehöre … Nein, das kann nicht sein, ich weiß, dass er mich noch liebt, vielleicht braucht er einfach Zeit, um zu erkennen, dass ich doch die Richtige bin.“

Wir glauben an einen bösen Traum, leben in der Hoffnung, dass alles wieder gut werden wird. Wir kämpfen um eine zweite Chance, alles zu ändern und den Partner umzustimmen. DIE HOFFNUNG STIRBT ZULETZT UND ALS WENN DAS NICHT ALLES SCHON SCHWER GENUG WÄRE, GESELLT SICH EINE INNERE STIMME DAZU, SIE KLINGT WIE DIE VON GOLLUM, DEM SCHIZOPHRENEN, VON BESESSENHEIT GEZEICHNETEN, VERWAHRLOSTEN, ZUR UNMENSCHLICHEN KREATUR MUTIERTEN HOBBIT AUS „HERR DER RINGE“.

„Duuuu musst ihn dir wieeeederholen, Deinen Schaaaaaatz!“
„Aber er will mich doch nicht mehr, er hat Schluss gemacht!“
„Doch, doch, er liebt dich und will mit dir zusammen sein!“
„Er liebt mich doch noch?“
“Jaaaaaa, jaaaaa, und du musst ihn nur noch überzeugen, dann holen wir ihn uns wieder, unseren Schaaaaaaaatz!“
“Ja, du hast Recht, natürlich will er mit mir zusammen sein, wir haben bloß gerade eine schwierige Zeit, ich muss ihn nur noch überzeugen.“

Am Anfang will man es einfach nicht wahrhaben und greift nach dem letzten Strohhalm. Verliebte sind wie Drogensüchtige, in ihren Gehirnen treten die gleichen Aktivitätsmuster auf und ist die Beziehung vorbei, dann ist man quasi auf Entzug und man hat mit ähnlichen Symptomen zu kämpfen, wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, innere Unruhe, Kreislauf-, Konzentrationsprobleme, Schlaflosigkeit und dem extremen Verlangen, nach der Liebe des Ex-Partners, dank dem erhöhten Dopaminspiegel.

Achtung Suchtgefahr:

„Ich will, dass es aufhört, der Schmerz soll endlich aufhören, es kribbelt im ganzen Körper, ich will nichts mehr spüren, ich will nicht mehr denken und ich will mich nicht erinnern. Es soll aufhören.“

Nie sind wir anfälliger für Suchtverhalten als in Zeiten des Liebeskummers. In Zeiten des Kummers suchen wir Erleichterung: Sei es durch Alkohol, Schlaf- oder Beruhigungstabletten, Schokolade und Süßigkeiten, übertriebenen Sport oder Drogen. Auch Kaufrausch kann Ausdruck von Kummer sein. Damit man sich besser fühlt ersetzt man die eine „Sucht“ durch eine andere, welches noch mehr Probleme verursacht. So lange man sich seinen Problemen, Gefühlen nicht stellt, bleibt man in der Verdrängungsphase.

Das kann helfen: Die gleichen Schritte, die Süchtigen helfen, erleichtern auch eine Trennung. Ich weiß, so schwer es auch ist, aber am hilfreichsten ist es, jeglichen Kontakt zum Ex-Partner abzubrechen. Geschenke, Briefe und Dinge wegpacken und keine Orte aufsuchen, die einen an den Partner erinnern. Abstand ist jetzt der Plan, um sich wieder neu zu sortieren. Den Gedanken: „Ich will ihn zurück!“ eliminieren, denn Konfuzius sagt: „Was du liebst, lass frei, kommt es zurück, gehört es Dir für immer.“ „Und wenn nicht, dann jage und töte es.“ Ach, nee, das ist ja schon die zweite Phase … Autor-Julia

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Quellenangabe: Foto – fotolia.com / © Artem Furman #47327329

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1 Comment

  • Hach ja, Liebeskummer ist furchtbar und wenn man erstmal drinsteckt, hat man das Gefühl, dass man da nie wieder rauskommt. Irgendwie geht es ja dann doch, aber diese Verzweiflung ist echt nix schönes… 🙁
    LG!

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