20 erste Dates und ein zweites!

20 erste Dates und ein zweites!

Damit ist jetzt keine romantische Anlehnung an den Spielfilm mit Adam Sandler gemeint, der in fünfzig Dates immer täglich erneut das Herz von Drew Barrymore erobern musste, weil sie durch einen Unfall ihr Kurzzeitgedächtnis verloren hatte, eher das Gegenteil ist der Fall. Ade Hollywood, hallo Realität – 20 erste Dates und ein zweites!

Dates sind wie Schuhe anprobieren, gerade entdeckt und kurz hineingeschlüpft - nee, irgendwie drückt der, aber um die Ecke steht ein so schickes Paar High-Heels - hui, ist der Absatz hoch, damit kann ich nicht lange gehen, der Sneaker ist bequem, aber irgendwie auch langweilig. So probiert man Paar für Paar, denn nicht jeder Schuh passt zu einem.

Als Single hat man hin und wieder ein Date. Ein bekanntes Sprichwort sagt: Um seinen Prinzen zu finden, muss man viele Frösche küssen! Gut, einige vögeln auch den ganzen Teich, aber das ist ein anderes Thema und eben jeder wie er mag. Andere mutieren zu Seriendatern, jede Woche ein Treffen und ein neuer Kandidat im großen Liebes-Casting.

Dank dem breit gefächerten Angebot online, geht das ja auch alles ganz fix. Es ist viel bequemer zu Hause von der Couch aus sich in einem der vielen Singleportale durch die Profile zu klicken oder auf dem Handydisplay hin und her zu wischen, in der Hoffnung auf ein Match. Während man vor einigen Jahren eher noch zur Minderheit gehörte und einige es als einen Akt der Verzweiflung ansahen, ist es mittlerweile Gang und Gäbe, seine Partnersuche im Netz auszuweiten. Etwas haben zu wollen, mit geringem Aufwand, ist der Trend. Liebe zum Mitnehmen, bitte, aber sie soll echt sein, großartig, am besten sofort und für immer, immer …

20 erste Dates …

In der Hauptrolle eine Freundin. Das Smartphone in der Hand und den Lieferdienst für den Großstadtdschungel mit dem Vierundzwanzig-Stunden-Service an, App sei Dank, stand einer Verabredung nach nur wenigen Stunden nichts mehr im Wege. Ihre Erwartungen sind mittlerweile gering, schließlich erwartet sie in einem Fastfood Restaurant auch keine Drei-Sterne-Küche, aber falls doch, dann hätte sie wohl die Nadel im Onlinehaufen gefunden, denn die junge Dame ist nicht abgeneigt für etwas Festes, Längeres, eben die ganz große Liebe.

Mit einem komischen Gefühl verlässt sie das Haus, man weiß ja nicht wirklich, wer oder was einen erwartet. Immerhin hat er noch nicht abgesagt, vielleicht kommt einem das ja auch bekannt vor, man steht quasi mit Hut und Mantel vor der Tür, will gerade losgehen und erhält eine Absage – und das Date wird verschoben – der Date-Interruptus. Die Nebenwirkungen der App-Blind-Dates sind ihr bekannt, dass er in ihr nur eine weitere Stichprobe seiner Liste sieht, er sich nicht mehr meldet und wie ein Geist verschwindet, er ihr überhaupt gar nicht zusagt oder schlimmer noch, er gar nicht zum Date erscheint und sie auf ihre Nachrichten keine Antworten mehr erhält.

Wo wollen wir uns treffen?

Der Klassiker, natürlich in einer Bar, denn das Standard-Programm „Lass uns was trinken gehen“, erfreut sich großer Beliebtheit, und wird immer wieder gerne auch im Café am Nachmittag angewendet, da kann man einfach nichts falsch machen. Der Herr war schon da, er ist nett und freundlich, das Gespräch war angenehm und nicht zäh, sie erzählt von sich und er hört zu, er erzählt von sich und sie hört zu, sie lacht, er lacht, erzählt sie mir, klingt doch alles super.

Aber ich bemerke den unterschwelligen Frust in ihrer Stimme „Ja, es war nett, er ist wirklich ein Netter, es war ein schöner Abend, aber … das war es auch. Ich habe kein Interesse und er wohl auch nicht, aber es war trotzdem ein nettes Date, wie immer.“ und auch dieser Herr war lediglich nur ein Nanosekunden-Augenblick in ihrem Leben. Das Ego zwar leicht bis mittelschwer lädiert, das Smartphone in der Hand und den Lieferdienst für den Großstadtdschungel mit dem Vierundzwanzig-Stunden-Service an, wischt sich Madame schon zum nächsten ersten Date.

Immer wieder erste Dates oder auch Vorstellungsgespräche mit dem gleichen Ablauf, nämlich nicht eine Runde weiterzukommen, können einen irgendwann frustrieren. Besonders wenn man große Erwartungen hat, wird es kompliziert, denn unser Hirn speichert solche Erfahrungen unter Schwarz und Weiß ab, es gibt keine Grauzone für das Date, war toll, er war nett, aber mehr wird daraus nicht. Nein, viele Dates ohne gewünschtes Ergebnis werden im Ordner – Fail-Date abgespeichert.

Immer mehr Singles (ver)suchen ihr Glück online

Die Liebe wird digitalisiert, wir haben so viele Möglichkeiten jemanden kennenzulernen, aber wird es dadurch einfacher oder verkompliziert das die Sache nur mehr? Ab und an ein Date, das sich mehr wie ein Casting anfühlt, tagelanges Hin-und-Her-Geschreibe und immer wieder neue Anfragen; wie soll man sich da auf einen festlegen. Und ob man will oder nicht, kreist eine kleine hellgraue Beziehungswolke über einem, denn die gewisse Leichtigkeit einer zufälligen Begegnung bleibt aus.

Ich bin ein trockener Online-Dater und nutze seitdem nur noch REAL LIFE, vergisst Tinder, Once & Co … keine Quantität, REAL LIFE setzt auf Qualität, gibt es nicht zum Downloaden und ihr seid sogar schon angemeldet, denn es ist ein Standard-Programm von unserem Betriebssystem LEBEN und für jeden zugänglich.

und ein zweites Date …

In der Hauptrolle, die trockene Online-Daterin. Seit mehreren Wochen entspannter praktizierter Date-Wüsten-Phase und langjähriger Abstinenz zum Liebes-Lieferservice, war sie mal wieder im REAL LIFE unterwegs. Mit dem Upgrade BARSHIPPEN – ein Konzept, welches für Abwechslung sorgt, denn alle elf Minuten wird die Bar gewechselt, ok, wir wollen ja nicht hetzen, es wird ein Drink getrunken und dann geht es weiter zur nächsten Location.

Das BARSHIPPEN

Ihr setzt euch an die Bar, also direkt an die Theke, am besten etwas früher, um die besten Plätze vorne zu ergattern. Wenn es im Laufe des Abends voller wird, muss jeder, der hinter euch steht, über euch hinweg bestellen. So kommt man ins Gespräch – ihr fragt, was sie / er haben möchte, während sie / er hinter euch steht und verzweifelt versucht an einen Drink zu kommen, dann gebt ihr die Bestellung für sie / ihn auf. (Drei Bier für die Herren) oder (Zwei Sekt für die beiden Mädels), sie werden sehr dankbar dafür sein. Es werden euch viele ins Netz gehen und vielleicht ist ja jemand dabei, der am Haken hängen bleibt. Damit es nicht so auffällig ist, macht ihr das auch für andere vorher, einfach weil ihr so cool und bezaubernd seid.

In der vierten Bar war es dann soweit, er sah sie, sie ihn und deren Pheromone waren sich einig, nach einem lustigen Gespräch und ersten Kuss, wurden am Ende die Nummern ausgetauscht und als sie gerade nach Hause kam, hatte sie auch schon die erste Nachricht von ihm. Die nächsten Tage wurde viel digital kommuniziert und das erste Date ausgemacht, sie gingen essen. Das “Vorstellungsgespräch” war amüsant, er erzählte von sich und sie hörte zu, sie erzählte von sich und er hörte ihr zu, er lachte, sie lachte. Seine Hand, ihre Hand, ein weiterer Kuss und gaaaaanz viele Schmetterlinge, dank Hormonen.

Ein Level weiter – das zweites Date. Sie gehen Billiard spielen, sie freut sich, ihn zu sehen und er lächelt ihr zu, eine Umarmung zur Begrüßung, ein Kuss auf den Mund. Ihre Hormone tanzen Samba. Ihr wird heiß und schon wieder löscht dieser Typ ihre Festplatte, sie redet wirres Zeug, zieht sich mit dem Autoschlüssel die Lippen nach – “Was machst du da?”und der Ordner „Schlagfertigkeit“ steht gerade nicht zur Verfügung. Er lacht und schüttelt den Kopf, nimmt sie in den Arm und ihr System stürzt erneut ab, einmal Neustart bitte und das dritte, vierte und fünfte Date … irgendwann hörte sie auf zu zählen. Und wenn sie sich weiter melden, dann daten sie sich noch heute 😉

Wenn man offline ist, hat man wesentlich weniger Dates …

Zugegeben, bei mir herrschen manchmal richtige Dateflauten, da ich nicht zu den Singles gehöre die aktiv auf der Suche sind, bin ich demgegenüber sehr entspannt. Ich verbringe die Zeit lieber mit anderen Dingen, anstatt mich durch die Gegend zu wischen oder unnötig viel Zeit in einer Single oder Partnerbörse zu verbringen. Ich bin da wieder etwas altmodischer geworden, ich verspüre nicht den Drang irgendjemand kennenzulernen, sondern ich lerne irgendjemand kennen und möchte denjenigen dann kennenlernen beim Zweiten, Dritten, Vierten … Date, ohne jegliche Erwartungen, sondern ich genieße einfach den Moment.

Genau dieser Moment, bei dem zwei völlig Fremde sich zum ersten Mal begegnen, sich sehen und sich füreinander interessieren – unbezahlbar.  Die schönsten Momente geschehen, wenn man offline ist. Es ist die Art wie die Person redet, wie jemand auf den anderen wirkt, was man sagt und wie die- / derjenige sich gibt, die Ausstrahlung, wie er riecht, all das sieht man auf keinem Profil. Die wichtigste Komponente allerdings ist die Chemie, die oft weniger Beachtung erhält, und unterschätzt nie die Macht der Pheromone …

Zu viele Dates in letzter Zeit gehabt? Dann ist Kein DATE ist auch Mal eine Lösung – Es gibt immer wieder Phasen im Singleleben, da ist RÜCKZUG eine hervorragende Alternative um zu ENTSPANNEN. Denn wer von einem Date zum nächsten jagt, ständig auf der Suche nach einem neuen Partner ist, kann ja gar nicht das Singleleben GENIESSEN 😉

Keine Zeit für Dates? Wie wäre es mit einem After-Work-Date? – Der #SchlechtesteDaterinDerWelt geht gerade an mich. Falls sich einige fragen, warum jemand sich nicht mehr nach einem tollen Date meldet. Obwohl die Person meinte, dass man sich auf ein Wiedersehen freuen würde, erhält heute von mir eine Antwort. Warum haben manche keine Zeit für Dates?

Quellenangaben: Fotografie – fotolia.com #105782669 | Urheber: Kaspars Grinvalds

2 Comments

  • Schöner Post! Bei mir ist es tatsächlich eine Mischung geworden aus offline und online. Ich bin der Meinung, dass man jemanden genau dann findet, wenn man nicht danach sucht. Wenn man sein Leben lebt, glücklich und zufrieden damit ist, dann zieht das eben eine Person an, die zu dir passt.

    Das mit den vielen ersten Dates kommt mir sehr bekannt vor. Man versteht sich zwar gut, aber mehr als “nett” ist es dann leider auch nicht. Es ist zwar schön jemand neuen kennenzulernen und sie Fähigkeiten zu testen ihn in ein anregendes Gespräch zu verwickeln, aber irgendwann hat man dann auch keine Lust mehr. 😉 Daher hab ich das mit den Onlineportalen schon mehr oder weniger aufgegeben. Ich setze lieber aufs reale Leben. Es dauert vielleicht länger, dafür lernt man sich in “einem Moment” kennen und entscheidet, dass man sich so sympathisch/ anziehend findet, dass man ein erstes Date haben möchte. Ich finde sowas einfach viel schöner als sich im Netz kennen zu lernen. Und wenn ich lange niemanden getroffen habe und mal wieder Abwechslung brauche, dann schaue ich mich im Online-Dschungel um. 😉

    Liebe Grüße,
    Maj-Britt

    http://www.dailymaybe.de

    • Danke meine Liebe,
      ja, immer wenn man damit nicht rechnet … wenn ich keine Lust habe weg zu gehen und es trotzdem tue, ist es immer ein Garant dafür, dass ich jemanden kennenlerne und auch wieder treffe und wieder, wieder … Ich sollte nur noch weg gehen, wenn ich keine Lust habe, nee, das wird mir dann zu viel 😉
      Manchmal hat man eben diese Wüstenphase, da huscht quasi die Rose von Jericho übers Dateparkett … aber wenn man jemanden dann trifft, dann weiß man eben auch, da sind nicht noch andere und man muss diese Chance in dem Moment wahr nehmen und sitzt später nicht in der Bahn und ärgert sich über den verpassten Moment 😉
      Das ist der Unterschied zum Real Life und den sollte sich jeder bewahren.

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