VERLIEBTHEIT & HORMONE – Was mit deinem Gehirn & Körper passiert

Verliebtheit & Horme - was mit deinem Gehirn & Körper passiert

VERLIEBTHEIT & HORMONE – Was mit deinem Gehirn & Körper passiert

VERLIEBTHEIT?! Heute gibt es gaaaaaanz viele Schmetterlinge … gut, im Glas und seziert! Im Bauch oder an der Wand, können diese Viecher einen ganz schön in den Wahnsinn treiben. Wobei diese Flatterdinger gar nichts dafür können, denn die wirklichen Verursacher sind viel kleiner. Ist jemand gerade verliebt? Wenn nicht, es geht oft schneller als man denkt, aber das solltet ihr unbedingt wissen, wenn es mal wieder so weit ist.

Früher dachte ich immer, wenn ich auf jemanden treffe, bei dem es Klick macht und die Funken nur so sprühen – es wäre Schicksal. Es muss so sein und alles sollte so ablaufen, damit wir uns begegnen. Welch romantische Vorstellung, die ist mir mittlerweile abhanden gekommen und um das genauer zu erklären, machen wir einen kleinen Ausflug in die Wissenschaft.

VERLIEBTHEIT & HORMONELLE (VER)STIMMUNG

Bei Verliebtheit spielen verschiedene Hormone eine entscheidende Rolle und können verschiedene körperliche und emotionale Reaktionen auslösen. Oxytocin, Vasopressin, Dopamin, Serotonin … – dieses komplexe Zusammenspiel aus Botenstoffen ist mit dafür verantwortlich, weswegen du dich so gut, aber auch so schlecht fühlst.

DOPAMIN

Der Neurotransmitter, den der Volksmund auch gerne „Glückshormon“ nennt, suggeriert Erfüllung und Befriedigung und wird mit Euphorie aber ebenso Suchterkrankungen assoziiert. Es wird verstärkt während angenehmer Erfahrungen, einschließlich Verliebtheit, freigesetzt. Dopamin löst Gefühle von Freude, Euphorie und Motivation aus. Dopamin ist unter anderem verantwortlich für die anfänglich häufige Schlaf- oder Appetitlosigkeit.

ADRENALIN

In der ersten Phase des Verliebtseins ist auch das Aufputschhormon Adrenalin besonders präsent. Es ist mitverantwortlich für die Ruhelosigkeit, das Kribbeln (Schmetterlinge im Bauch), die man meint, zu spüren. Die Pupillen weiten sich, der Atem geht schneller, der Blutdruck steigt, der Körper wird in Alarmbereitschaft gesetzt. Dabei unterscheiden sich die körperlichen Stressreaktionen des Flirtens nicht von denen einer Paniksituation.

TESTOSTERON

Zu Beginn einer Kennenlernphase/Partnerschaft sinkt bei Männern der Testosteronspiegel und lässt sich dadurch ausgeglichener agieren. Gleichzeitig steigt bei Frauen das männliche Sexualhormon an und steigert damit die sexuelle Lust. Ein Versuch der Natur, beide Geschlechter aneinander anzugleichen.

SEROTONIN

Unterliegt gerade in der Anfangsphase großen Schwankungen. Das starke Auf- und Ab des Serotoninspiegels ähnelt den Werten von Zwangserkrankten. Wenn man eine starke Sehnsucht verspürt, nicht ohne den anderen sein möchte und nur zwischen Himmel-hoch-jauchzend und zu-Tode-betrübt pendelt, dann ist dies auf den Serotoninhaushalt zurückzuführen.

OXYTOCIN

Gerade nach dem Sex, besonders wenn er gut war, wird dieses Hormon in Massen ausgeschüttet, damit man sich an denjenigen bindet. Ok, wir Frauen haben laut der Evolutionsbiologie Herzchen in den Augen und die Herren werden müde, also ich könnte den Schlaf echt besser gebrauchen … Selbst in Zeiten der Verhütung, könnten wir eine befruchtete Eizelle sein und damit wir gut über den Winter kommen, sollen wir uns an den Herrn emotional binden, der wiederum soll seinen Samen wie Konfetti in der Damenwelt verteilen, jap, da hat man die Antwort, wenn ein Mann nach dem Sex verschwindet. Es sorgt aber auch für Treue und Vertrautheit. Durch Körperkontakt und Wärme werden besonders viele Botenstoffe freigesetzt: „Daher ist es wichtig, möglichst viel zu kuscheln“, um eine stärkere Bindung zu forcieren. Oxytocin fördert die Bindung, das Vertrauens und das Gefühl der Nähe zwischen Partnern. Mit der Länge einer Beziehung kann der Oxytocin-Spiegel schleichend sinken und somit eine Beziehung instabil werden lassen.

VASOPRESSIN

Die primären physiologischen Funktionen Vasopressins sind die Durchblutung der Genitalorgane und die Verminderung des Harndrangs. Gleichzeitig gilt Vasopressin als Hormon, dass die Kommunikation und Verbindung zweier Partner in einer Beziehung unterstützt. Bei Frauen wird das mütterliche Fürsorgeverhalten erheblich verstärkt. Bei Männern vermindert es Ängste und verbessert das Sozialverhalten. Männer erzeugen beim Sex geringe Mengen Oxytocin und große Mengen von Vasopressin. Bei Frauen ist die Relation umgekehrt.

ENDORPHINE

Sind körpereigene Schmerzmittel und werden freigesetzt, um Schmerzen zu lindern und das Wohlbefinden zu steigern. Bei Verliebtheit können Endorphine für ein Gefühl der Euphorie und des Glücks sorgen.

NEUROTROPHIN

Der Signalstoff ist für die Kommunikation und Verbindung zwischen den Nervenzellen verantwortlich, ist bei der Gedächtnisbildung entscheiden und wird daher auch „Nervennährstoff“ genannt. Sie sind für Euphorie am Beginn einer Liebesromanze verantwortlich. Nach ungefähr einem Jahr geht der Wert jedoch auf einen Normalzustand zurück.

PHEROMONE

Liebe kann man riechen! Unsere Sexual-Hormone, sie sind geruchlos und werden daher nur unterschwellig im Unterbewusstsein wahrgenommen. Die chemischen Signalstoffe, die dem Informationsaustausch unter Artgenossen dienen, beeinflussen auch das Sexualverhalten und die Partnerwahl. In Sekundenschnelle gelangen sie über die Nase direkt ins Gehirn und entfalten hier ihre Wirkung, denn Sympathie und Antipathie sind davon abhängig, ob ich jemanden „riechen“ kann oder nicht.

VERLIEBTHEIT AUF DEN ERSTEN BLICK …

Vielleicht auch ein Grund, weswegen man beim Online-Date feststellt, dass das nichts wird, ja, man ahnt es schon – die Pheromone. Damit wäre die Liebe, ok, Sympathie auf den ersten Blick erklärt. Wenn man sich sieht und denkt, wow …! Nein, kein Schicksal, sondern ganz nüchtern, man ist genetisch hochkompatibel und empfindet füreinander das Gefühl der perfekten Chemie. Denn wenn unsere Immunsysteme harmonisieren dann sprühen die Funken, aber holla die Waldfee, alles zum Zwecke der Fortpflanzung.

VERLIEBTHEIT AUF WOLKE 7

Wenn man frisch verliebt ist, ähnelt der Zustand auch einem Drogenrausch. Dadurch, dass unser Körper viel vom Neurotransmitter Dopamin produziert, auch bekannt als „Glückshormon“, befindet man sich in einem Zustand des Glücks. Man schwebt auf Wolke 7 und möchte möglichst so viel, wie möglich konsumieren, nämlich das Objekt der Begierde. Im Gehirn sind die gleichen Rezeptoren besetzt, als wenn man süchtig nach Drogen oder  Alkohol ist. Das erklärt die Abhängigkeit, sie erzeugt ein super Gefühl und je mehr wir mit der Person zusammen sind, desto glücklicher ist man. Vielleicht auch ein Grund, weswegen einige sofort einen neuen Partner haben wollen, es geht nicht wirklich um die Person, sondern nur um den Zustand des Glücks. Auch hier gibt es wieder seltsame Verhaltensweisen, wie einer möchte einen jeden Tag sehen oder Freunde verschwinden und tauchen plötzlich nach Jahren wieder auf.

VERLIEBTHEIT AUF WOLKE -10

Wer hoch fliegt, kann auch tief fallen. Wenn die Schmetterlinge im Bauch plötzlich zu Düsenjets werden, da kann einem schon mal schlecht werden und sehr traurig. Kein Wunder, denn Liebeskummer ähnelt einem Drogenentzug, es entzieht einem alle positiven Glücksgefühle, natürlich will man die nicht verlieren. Egal ob eine Trennung oder die Liebe wird nicht erwidert, löst das Schmerzen aus.

In diesem Artikel erfährst du mehr über KENNENLERNPHASE – wenn sich jemand distanziert …

Durch den Entzug der Aufmerksamkeit werden die Liebesbotenstoffe zu Höchstleistungen aktiviert, weil die „Belohnung“ ausbleibt. Die neue Situation überfordert einen, löst Stress aus und blockiert Geist und Körper. Man kann sich nicht konzentrieren, die innere Unruhe lässt einen, wie ein Flummi in der Wohnung, auf und ab laufen. Je mehr sich der / die Angebetene von einem abkehrt, desto intensiver wird unsere Leidenschaft. Ein Teufelskreis! Ja, wer die Sehnsucht kennt … oder steckt dahinter auch eine VERLUSTANGST? Je extremer man auf Distanz des anderen reagiert, desto eher versteckt sich dahinter ein Thema.

Dahinter könnte sich auch bei dir eine PASSIVE BINDUNGSANGST (Verlustangst) verbergen, in diesem Artikel erfährst du mehr über BINDUNGSANGST – AKTIVE oder PASSIVE?

VERLIEBTHEIT – WAS MIT DEINEM GEHIRN & KÖRPER PASSIERT

Vor allem vier Bereiche im limbischen System, darunter das Belohnungszentrum, zeigen sich bei Verliebheit besonders aktiv. Das limbische System ist ein komplexer Bereich des Gehirns, der für Emotionen, Gedächtnis und Motivation verantwortlich ist. Bei Verliebtheit spielen verschiedene Teile des limbischen Systems eine Rolle, einschließlich des Hippocampus, des Amygdala und des Hypothalamus.

BELOHNUNGSZENTRUM

Im Gehirn ist mit der Verarbeitung von angenehmen und belohnenden Reizen verbunden. Bei Verliebtheit sind verschiedene Teile des Belohnungssystems aktiviert, was zu intensiven positiven Gefühlen führt.

  • Nucleus accumbens: Spielt eine zentrale Rolle bei der Verarbeitung von Belohnungen und Vergnügen. Bei Verliebtheit wird der Nucleus accumbens durch die Freisetzung von Neurotransmittern wie Dopamin aktiviert. Dies führt zu einem Gefühl von Freude und Glück.
  • Ventral tegmental area (VTA): Eine Region im Mittelhirn, die ebenfalls an der Dopaminfreisetzung beteiligt ist. In der Verliebtheitsphase führt die Aktivierung der VTA dazu, dass vermehrt Dopamin freigesetzt wird und positive emotionale Reaktionen auslöst.
  • Striatum: Es reagiert auf positive Verstärkungen, und bei Verliebtheit kann die Anwesenheit oder der Gedanke an die geliebte Person zu einer Aktivierung führen.

HIPPOCAMPUS

Spielt eine entscheidende Rolle bei der Verarbeitung von Emotionen und dem Gedächtnis. Bei Verliebtheit und romantischen Gefühlen können verschiedene Aktivitäten im Hippocampus beobachtet werden:

  • Gedächtnisbildung: In der Verliebtheitsphase können sich intensive emotionale Erfahrungen, die mit der Liebe und der Beziehung zu tun haben, im Gedächtnis eingravieren. Deswegen erinnert man sich oft besonders gut an die Details der Momente, die mit romantischen Gefühlen verbunden sind.
  • Positive Emotionsverarbeitung: Bei Verliebtheit werden positive Emotionen verstärkt, und der Hippocampus könnte dazu beitragen, diese Emotionen zu konsolidieren und zu verstärken.
  • Assoziative Gedächtnisprozesse: Das bedeutet, dass der Anblick, der Klang oder andere Sinneseindrücke, die mit der Verliebtheit in Verbindung stehen, im Gedächtnis des Individuums miteinander verknüpft werden können.
  • Stressregulation: In der Verliebtheitsphase können sowohl positive als auch stressige Emotionen auftreten. Der Hippocampus könnte helfen, Stressreaktionen zu modulieren und den emotionalen Zustand zu stabilisieren.

AMYGDALA

Ist ein Kerngebiet im Gehirn, das eine Schlüsselrolle bei der Verarbeitung von Emotionen spielt, einschließlich derjenigen, die mit Liebe und Verliebtheit verbunden sind. Bei Verliebtheit können verschiedene Reaktionen in der Amygdala beobachtet werden:

  • Emotionale Verarbeitung: In der Verliebtheitsphase können starke positive Emotionen wie Freude, Glück und Aufregung auftreten, und die Amygdala spielt eine Rolle bei der Verstärkung dieser positiven Gefühle.
  • Reaktion auf Belohnungen: Die Amygdala ist mit dem Belohnungssystem im Gehirn verbunden. Während der Verliebtheit werden Aktivitäten und Reize, die mit der geliebten Person in Verbindung stehen, als belohnend empfunden. Dies kann die Aktivität der Amygdala verstärken.
  • Bindungsaspekte: Die Amygdala spielt auch eine Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von sozialen Bindungen. In der Verliebtheitsphase sind starke soziale Bindungen im Entstehen, und die Amygdala könnte dazu beitragen, die emotionale Bedeutung dieser Bindungen zu verstärken.
  • Stressreaktionen: Obwohl die Verliebtheit oft mit positiven Emotionen verbunden ist, können auch stressige Elemente wie Unsicherheit, Eifersucht oder Angst auftreten. Die Amygdala ist ebenfalls an der Regulation von Stressreaktionen beteiligt und kann auf diese stressigen Elemente reagieren.
  • Erinnerungsverarbeitung: Emotionale Erfahrungen im Zusammenhang mit der Verliebtheit können im Gedächtnis abgespeichert und mit bestimmten Reizen oder Situationen verknüpft werden.

HYPOTHALAMUS

Spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle im Kontext von Liebe und Verliebtheit, insbesondere in Bezug auf die Regulation von Hormonen und körperlichen Reaktionen.

  • Hormonelle Regulation: Bei Verliebtheit spielt das Hormon Oxytocin eine Schlüsselrolle. Oxytocin auch als „Liebeshormon“ bezeichnet, da es mit sozialer Bindung, Intimität und positiven emotionalen Zuständen in Verbindung gebracht wird. Der Hypothalamus reguliert die Freisetzung von Oxytocin aus der Hirnanhangdrüse (Hypophyse).
  • Stressreaktion: Der Hypothalamus ist Teil des Stressreaktionssystems und kann auf stressige Elemente reagieren, die mit Verliebtheit verbunden sind. In stressigen oder aufregenden Situationen kann der Hypothalamus die Freisetzung von Stresshormonen wie Cortisol stimulieren.
  • Regulation der Körpertemperatur: Bei Verliebtheit können emotionale Aufregung und Anspannung zu physischen Reaktionen führen, darunter eine Erhöhung der Körpertemperatur als Teil der allgemeinen physiologischen Reaktion auf starke Emotionen.
  • Appetit- und Schlafregulation: In der Verliebtheitsphase können Veränderungen im Appetit oder im Schlafmuster auftreten, die mit den hormonellen und emotionalen Veränderungen im Zusammenhang stehen können.
  • Libido und sexuelle Erregung: Der Hypothalamus ist ebenfalls am Regelkreis der Sexualhormone beteiligt. Veränderungen in der sexuellen Erregung und Libido während der Verliebtheitsphase können mit der Aktivität des Hypothalamus in Verbindung stehen.

Verliebtheit ist nichts anderes als eine chemische Reaktion, kompatibler Immunsysteme, ausgelöst durch einen Hormon-Cocktail, der das limbische System auf den Kopf stellt – ALLES STEHT KOPF bei Verliebtheit, wenn man das alles allerdings weiß, lernt man viel besser mit seinen Gefühlen umzugehen und sie richtig einzuschätzen. Du möchtest lernen mit deinen Gefühlen besser umzugehen, dazu erfährst du mehr im nächsten Artikel.

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