Kennenlernphase: Wie sage ich ihm, dass ich ihn mag, ohne das er gleich das Land verlässt.

Kennenlernphase: Wie sage ich ihm, dass ich ihn mag, ohne das er gleich das Land verlässt.

Du findest jemand toll? Und stellst dir die Frage – Wie sage ich ihm, dass ich ihn mag, ohne das er gleich das Land verlässt? Ich hätte da eine Idee, du brauchst einen fensterlosen, schalldichten Raum, da lotst du ihn unter irgend einen Vorwand rein. Danach machst du die doppelte, schalldichte Stahltür zu, schließt ab, schluckst den Schlüssel und es kann losgehen. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, wobei das wohl unter Freiheitsberaubung fällt. Mist.

Es ist kompliziert. Seit wann ist es eigentlich so schwer zu dem zu stehen was man fühlt? Warnung, dieser Artikel ENTHÄLT NICHT DIE ULTIMATIVE PAUSCHALLÖSUNG, denn die gibt es, ÜBERRASCHUNG, leider nicht. Schade, ich weiß, die Sache ist in der Tat komplex, bzw. man macht sie selbst zu dem großen Berg, den man später erklimmen muss. In diesem Fall bin ich Meisterin in mir selbst im Weg stehen.  Nachdem ich mich jetzt mehrere Jahre aktiv der Selbstliebe gewidmet habe, komme ich nun an den Punkt, bei dem es darum geht zu seinen Gefühlen zu stehen. In der Vergangenheit bin ich daran ehrlich gesagt kläglich gescheitert. Ganz nach dem Motto – Bevor ich etwas Falsches sage, sag ich lieber gar nichts und mache mir Gedanken und wenn man zu viel nachdenkt, erschafft man Probleme, die es eigentlich gar nicht gibt. Möchtest du mit mir gemeinsam diesen weiteren Mount Everest erklimmen, dann geht es jetzt los, allerdings auf eine gute mentale Vorbereitung können wir nicht verzichten, denn sonst geht uns irgendwann die Luft aus 🙂

UND SIE LIEF LACHEND IN DIE KREISSÄGE! wollen wir nämlich unbedingt vermeiden.

1. Sich über seine Gefühle klar werden

Falls du jetzt denkst, den Punkt kann ich überspringen, bist du dir da wirklich sicher? Wenn man weiß, was man WIRKLICH will, ist das nämlich absolut vom Vorteil. Schmetterlinge im Bauch, ein Kribbeln, ein warmer Schauer durchfließt den Körper, man muss ständig an die Person denken – Herzlichen Glückwunsch, du bist von Oxytocin benebelt. Früher dachte ich immer, wenn ich auf jemanden treffe, der mir gefällt, bei dem die Funken nur so sprühen – es wäre Schicksal. Aber an dieser Stelle – NEIN IST ES NICHT, denn eigentlich wird man nur von Hormonen manipuliert und das alles zum Zwecke der FORTPFLANZUNG. Dieser Hochrausch ist nichts anderes als eine chemische Reaktion, aufgrund kompatibler Pheromone und den kann man am besten genießen, wenn man keine Erwartungen an den anderen hat, sonst werden die Schmetterlinge nämlich ganz schnell an die Wand genagelt. Wenn man das alles weiß, kann man viel besser lernen mit seinen Gefühlen umzugehen und sie richtig einschätzen.

VIEL INTERESSANTER UND NOCH WICHTIGER – bin ich wirklich in die Person verliebt oder ist man mehr verliebt in die Liebe, sprich Liebessucht oder eine Beziehungssucht? Diese Frage stellt man sich wohl eher selten oder? Der Grad zwischen Liebe und Beziehungssucht ist schmal und ich denke, jeder, der nie gelernt hat, auch alleine glücklich zu sein, macht sich mehr oder weniger abhängig vom potentiellen Kandidaten. Beziehungssucht bedeutet, dass wir süchtig nach menschlicher Nähe oder einer Beziehung sind und es dabei eher weniger um die angebetete Person geht. In der Kennenlernphase: Wenn man fordert, von einem bestimmten Menschen geliebt zu werden, dann macht man sich von diesem schon abhängig. Problem, wenn man beziehungssüchtig ist, fühlt sich dieses für einen selber wie Liebe an. Für viele ist es auch ein Zeichen der Liebe sich aufzuopfern, durchzuhalten, kämpfen, sich zu verbiegen, verzeihen, verzeihen, verzeihen, verzeihen nachdem die eigenen Ideale und Werte immer wieder mit Füßen getreten wurden. Klingt nicht gerade nach Liebe oder?

2. Wie ist eure gemeinsame Zeit?

Gemeinsam Zeit miteinander verbringen, da lernt man jemanden am besten kennen. Nicht wie man sich es vorstellt, sondern wie es wirklich ist.  Die Liebe leichter Flügel sollten einen tragen und nicht die Schatten der Zweifel. Oft passiert es nämlich, dass man sich mehr in die eigene Vorstellung von jemanden verliebt, als die Person wirklich ist. Parallele Traumwelten bitte vermeiden. Es sollte sich einfach gut anfühlen, das nächste Treffen kein Akt mit dem Beigeschmack eines zähen Kaugummis sein. Wobei hier der Zeitfaktor nicht gemeint ist, sondern das Feeling, welches man dabei hat. Je emotional unabhängiger man ist, desto mehr Tage dazwischen lassen sich gut “aushalten”. Eine ausgeglichene Kennenlerphase sollte einem das zusätzliche Lächeln ins Gesicht zaubern und keine Kopfschmerzen bereiten. Liebe ist … jemanden so zu sehen WIE ER IST. Nicht, wie man ihn gerne hätte. Denn man will doch auch so wie man ist geliebt werden und nicht, wie jemand einen gerne hätte …

Die gemeinsame Zeit ist wunderbar, man unternimmt etwas zusammen, es bringt Spaß, es fühlt sich gut an, man kommt sich näher … hier kann es passieren, dass sich jemand plötzlich zurück zieht, aber das muss nicht unbedingt zum Drama werden, denn es ist in der Tat ein weit verbreitetes Verhalten. Ich habe einige Ratgeber, von Männern geschrieben, gelesen. Jeder bestätigt dieses Verhalten und gibt erst einmal Entwarnung. Anstatt sich jetzt immer weiter damit zu beschäftigen, nutze man die Abwesenheit für sich. Oft meldet sich der andere von ganz alleine, auf jeden Fall eine gute Alternative zum Hinterherlaufen 😉

Gehen wir davon aus, alles läuft super und das schon eine Weile – nehmen wir die berühmten zwei Monate, denn da passiert es häufig, dass wir unterbewusst alarmiert werden aufgrund von vorherigen Beziehungs- und Kennenlernmustern. Man macht sich Gedanken!

3. Gedanken: Was ist das jetzt mit uns?

Diese Frage ist nach einer gewissen Zeit völlig berechtigt, denn immerhin ist dieser fremde Mensch innerhalb von ein paar Wochen einem echt ans Herz gewachsen. Er bringt einen zum Lachen, es sind die vielen kleinen Dinge, welche aus einer Verliebtheit eine Bindung wie Liebe entstehen lässt. Er hält einem die Hand auf die Stirn, um sie vor der geöffneten Schranktür zu schützen. Die tiefen Blicke zwischendurch, bei denen man das Gefühl hat man würde brennen. Das herumalbern im Bett mit liebevollen Berührungen auf der Wange und die Hände, welche sich finden und nicht mehr loslassen wollen. DAS IST SO SCHÖN. Wer macht sich da keine Gedanken, ob es eine Erinnerung wird oder vielleicht doch etwas mit Zukunftsmusik, sobald das Gedankenkarussel aktiviert ist, wird es oft kompliziert.

WAS IST DAS JETZT MIT UNS? Anstatt denjenigen direkt zu fragen, siziert man Situationen, versucht das Verhalten des anderen zu anlysieren, um sich irgendwie Antworten auf die tausend Fragen zu geben. Aber egal zu welchen Fazit man kommt, es wird nichts an der Ungewissheit ändern, da alles nur auf Spekulationen basiert. Man kann den anderen sicherlich mit gewissen Verhaltensweisen provizieren, testen, wie der andere auf gewisse Dinge reagiert. BITTE KEINE SPIELCHEN in dieser Zeit, denn oft nockt man sich am Ende selber damit aus. Wenn man jemanden das Gefühl gibt, das er einem egal ist, dann wundere dich nicht, wenn du ihm egal wirst. Je selbstbewusster jemand ist, desto weniger kann man mit solchen Taktiken anfangen und ist irgendwann genervt. Spreche da jetzt aus eigener Erfahrung.

Ich schätze Autentizität, Ehrlichkeit und das mir jemand ein gutes Gefühl gibt. Würde ich mich bei jemanden öffnen, der mir immer wieder die kalte Schulter zeigt? Eher nicht oder. Wenn man wissen möchte woran man ist, sollt man sich zuerst selber öffnen, du weißt wie ich das meine. Jetzt auf extra cool tun und der Meinung sein, dass das ja alles ganz locker ist, aber sich gedanklich bis zur unkenntlichkeit zu masakrieren, kann ganz schön nach hinten gehen. Denn ob man will oder nicht, begleitet einen bei jedem Treffen ein kleines Köfferchen mit dem Gedankenchaos und das hat eine Auststrahlung wie Plutonium. Schuld ist unser HERZMAGNETFELD, es ist 500-5000 Mal stärker als das unseres Gehirns.

Ein Magnetfeld, welches das Nervensystem anderer Menschen beeinflusst und noch mehrere Meter vom Körper entfernt messbar ist. Es konnte nachgewiesen werden, dass die von einer Person erzeugten elektromagnetischen Informationsmuster des Herzens in den Gehirnwellen einer zweiten Person messbar sind. DAS ERKLÄRT EINIGES, ich weiß. Jedes Mal, wenn sich unser Köfferchen in der Nähe der Person öffnet, bekommt sie es mit und weiß gar nicht was los ist. UNSICHERHEIT fühlt sich auch bei der anderen Person nicht gut an und die weiß gar nicht warum plötzlich deine Nähe so einen negativen Beigeschmack hat.

4. Sag was!

Viele Schweigen und vergiften unterbewusst die Bindung mit gaaaaaanz vielen Ängsten. Es mit sich selbst auszumachen reicht nicht. Oft denkt man, es ist noch zu früh, der andere braucht noch Zeit. WOVOR HAST DU ANGST? Ich weiß, dass sobald man den Mund aufmacht und zu seinen Gefühlen steht, der andere Angst bekommt und alles vorbei ist. Das kann sein, aber dann wird es sowieso in ein paar Wochen vorbei sein. Eigentlich hat man nicht wirklich etwas zu verlieren. Indem man mehr Rücksicht auf die Gefühle des anderen nimmt und die eigenen versucht verzweifelt in eine dunkle Ecke zu schieben, entsteht ein Ungleichgewicht.

Liebe beginnt im Kopf, Ängste und Mut auch! Wenn man jemanden sagt, dass man ihn mag, dann ist das ein Kompliment. Es ist keine Last, kein Käfig oder das Ende der Freiheit. Jeder erschafft sich sein eigenes gedankliches Gefängnis. Eigentlich ist es doch schön, wenn jemand mehr für einen empfindet. Einige können leider nicht so gut damit umgehen, da sie sich sofort für die Gefühle verantwortlich fühlen und Angst haben die Erwartungen nicht zu erfüllen. Auch das ist ok und hat sehr viel mit deren Vergangenheit zu tun, da kann man nicht einfach wie ein Schalter umswitchen.

5. Steh zu dir!

Und wie sage ich ihm, dass ich ihn mag, ohne das er gleich das Land verlässt. Als erstes nimmt man dem anderen die Angst, das am besten schon während der Kennenlernphase. Man zeigt ihm, dass man auch ohne ihn Spaß hat, das man nicht alles von ihm abhängig macht. das man sehr gut mit seinen Gefühlen umgehen kann und die Welt sich auch für einen weiterdreht, wenn daraus nichts wird. Erwartungen lasten schwer auf einem selbst und erst Recht auf dem anderen. Er ist ein wundervoller Mensch und den darf man toll finden, ihn mögen und erst recht lieben. Je offener man mit seinen Gefühlen umgeht, desto weniger Ängste entstehen bei dem anderen. Steh zu dir und deinen Gefühlen, versuche nie jemanden näher zu sein, indem du dich von dir selbst entfernst. Sage ihm wie gerne du mit ihm Zeit verbringst, wie er dich zum Lachen bringt und was du an ihm magst und schätzt.

Es kommt viel weniger darauf an, was man sagt, sondern wie man es sagt, mit welcher Motivation und Selbstbewusstsein, das findet sich dann auch in der Stimme wieder. Habt keine Angst Gefühle zu zeigen, wir sind Menschen und sollten uns nicht hinter Masken verstecken, um jemanden zu gefallen. Lasst dich nicht durch das Verhalten anderer verändern, wenn man verletzt wurdet. So viel Macht sollten wir niemanden über uns geben. Wenn man sich jemanden öffnet, sehe es nicht als Offenbarung, sondern mehr als ein Traing zu sich selbst zu stehen, glaub mir das kommt besser an, als sich aus Angst wie ein Aal zu winden.

“Manchmal ist eine Klatsche besser, als sich ständig mit dieser Ungewissheit zu quälen.” Zitat einer Freundin, die immer zu ihren Gefühlen stand und nach drei Jahren und einigen Klatschen mit dem selbigen Herren seit einem Jahr jetzt fest zusammen ist. Eine Garantie gibt es nie, aber wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Und ist es nicht die Liebe fürs Leben, dann eine Lektion aus die wir lernen, denn nichts ist umsonst.

Puhhh, was für ein Aufstieg, eigentlich ist es gar nicht so schwer, man selbst macht es nur so kompliziert – bei einem NEIN – NEXT und es wird immer irgendwann einen nächsten geben und wer weiß, wozu es gut ist, einige Menschen möchte man ja im Nachhinein auch nicht begegnet sein 😉

Bei einigen sind sicherlich Fragen aufgeploppt, gerade für diejenigen, die zum ersten Mal hier sind, deswegen habe ich euch hier ein paar Artikel verlinkt, um die ganze Materie zu verstehen oder zum Auffrischen 🙂

Mehr zum Oxytocin gibt es hier – Frauen kann man so leicht manipulieren, Single & verliebt zieht er sich gerade zurück, hier bringe ich etwas Licht ins Dunkle – Wenn sich jemand distanziert … während einer Kennenlernphase bist du unruhig und machst dir viel zu viele Gedanken, dann – trainiere deine emotionale Unabhängigkeit mehr übers Herzmagnetfeld gibt es hier –Single – Kopf oder Herz? Ich hoffe, das meine Artikel ein wenig Ordnung in dein Gedankenchaos gebracht haben 🙂

Tags from the story
,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.